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DER BERLINER GASAG-KUNSTPREIS 2020 GEHT AN DEN GENFER MARC BAUER

DER BERLINER GASAG-KUNSTPREIS 2020 GEHT AN DEN GENFER MARC BAUER

21.12.2019 Der 1975 in Genf geborene und heute in Zürich und Berlin lebende Künstler Marc Bauer (Bild) erhält den mit 10'000 € dotierten und mit einer Ausstellung in der Berlinischen Galerie sowie einem entsprechenden Katalog verbundenen GASAG-Kunstpreis 2020.


Foto: © Studio Marc Bauer

Die von der GASAG initiierte Auszeichnung wird im kommenden Jahr zum sechsten Mal in Kooperation mit der Berlinischen Galerie vergeben. Die Partner ehren mit dem Preis alle zwei Jahre "eine herausragende künstlerische Position an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik". Vorherige PreisträgerInnen waren: Susanne Kriemann (2010), Tue Greenfort (2012), Nik Nowak (2014), Andreas Greiner (2016) und Julian Charrière (2018).

Marc Bauer entwickelt auf der Basis intensiver Recherchen raumgreifende, komplexe Installationen ausgehend von dem Medium der Zeichnung. Mit Stift und Radiergummi bearbeitet der Künstler Themen wie Migration, Identität und Gender, Kritik der neuen Medien oder die Verbindung von Religion und Gewalt. Bilder auszuradieren und Spuren der Auslöschung einzubinden, ist Teil des zeichnerischen Prozesses. Arbeiten auf Papier erweitert der Künstler in seinen Installationen um grosse gezeichnete Wandbilder, animierte Zeichnungen und Filme. So entsteht eine suggestive, einem erweiterten Verständnis von Wissenschaft verbundene Dramaturgie aus historischen Ereignissen und Geschichten, Fakten und Fiktionen, Bild- und Wort-Elementen, die für unterschiedliche Interpretationen offen bleibt.

Mit dem GASAG-Kunstpreis ist eine Ausstellung mit Publikation in der Berlinischen Galerie verbunden. Marc Bauer plant eine breit angelegte Recherche zur Geschichte des Internets und zu den  Auswirkungen auf Gesellschaft und Individuum. Ein Akzent liegt auf Konrad Zuse, der in Berlin in den 1930er- und 1940er-Jahren die ersten Computer baute. Andere Akzente bilden die Verbreitung des Internets in den 1990er-Jahren und der Imagewandel, der sich aktuell vollzieht. Zunächst wurde das Internet als emanzipatorisches, demokratisches Medium gefeiert. Heute tritt zu den unverzichtbar gewordenen Möglichkeiten zunehmend das Gefühl, ebenso unausweichlich ausgespäht und manipuliert zu werden.

Bauers virtuoser zeichnerischer Umgang mit aktuellen und historischen Themen wirft grundsätzliche Fragen auf: Zum Beispiel, wie Bilder die Wahrnehmung von Realität bestimmen, wie sie unser Denken beeinflussen und unsere Identitäten mitformen. Informationen erweisen sich in unserer durch Medien und Technologien geprägten Gegenwart als interessengesteuerte Konstrukte, die ihre Wirkung vor allem durch die manipulative Macht der Bilder entfalten. 

Nominiert für den GASAG Kunstpreis 2020 waren: Marc Bauer, Giulia Bowinkel und Friedemann Banz, Barbara Breitenfellner, Mariechen Danz, Regina de Miguel, Emilija Skarnulyte, Jenna Sutela.

Jury: Julian Charrière, GASAG-Kunstpreisträger 2018; Andreas Fiedler, KINDL - Zentrum für zeitgenössische Kunst; Thomas Köhler und Stefanie Heckmann, Berlinische Galerie; Christina Landbrecht, Schering-Stiftung; Birgit Rieger, "Tagesspiegel"; Julia Wallner, Georg Kolbe Museum.

Quelle:

https://www.gasag.de/unternehmen/presse/presseinformationen/20191023-pm-marc-bauer-kunstpreis2020

Mehr:

https://www.swissinfo.ch/ger/kultur/marc-bauer/45449100

Kontakt:

https://www.marcbauer.net/

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