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ZUM TOD DES SCHWEIZER BILDHAUERS, PLASTIKERS UND LANDSCHAFTSARCHITEKTEN JÜRG ALTHERR

ZUM TOD DES SCHWEIZER BILDHAUERS, PLASTIKERS UND LANDSCHAFTSARCHITEKTEN JÜRG ALTHERR

05.06.2018 Der am 26. Oktober 1944 in Zürich geborene äusserst vielseitige Künstler Jürg Altherr (Bild) ist am 1. Juni 2018 gestorben. Er beschäftigte sich u.a. in den Bereichen Plastik, Skulptur, Platz- und Umweltgestaltung, Land Art, Aktionskunst, Konzeptkunst, Body Art, Schmuck und Multiple.


Foto: © http://webereihueb.ch/gestaltung/

Auf der Suche nach dem Gleichgewicht

Mit seinen Interventionen im Raum ist er immer wieder angeeckt - das war durchaus gewollt: «Kunst kann, sie muss aber nicht schön sein, sie soll Diskussionen auslösen», lautete sein Credo. Sein langjähriger Weggefährte Heinz Niederer, ebenfalls ein «Vollblut-Bildhauer», erinnert sich an Altherrs wiederkehrenden Satz: «Kunst muss sperrig sein.»

Dorothee Vögeli

https://www.nzz.ch/zuerich/auf-der-suche-nach-dem-gleichgewicht-ld.1391645

Plastiken, teils mit Titeln, die paradox sind und irritieren: In Frauenfeld auf dem Waffenplatz Aufeld etwa «Verhängnis» oder im Zürcher Flughafen im Terminal B «Dreibein» oder in St. Gallen bei der EMPA «Heckenkörper - Körper ohne Haut» - zu übersehen sind sie nicht, diese Werke von Jürg Altherr.

phz/sda

https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/kunst/Juerg-Altherr-ist-tot/story/30230437

Jürg Altherrs Grossplastiken verändern die Kräfteverhältnisse im öffentlichen Raum. Dimensionen und Beziehungen können durch seine Arbeiten neu wahrgenommen werden. Verstanden als städtebauliche Elemente fordern sie auf, städtische Strukturen und Stadtplanung zu reflektieren. Damit ecken sie an; zum Beispiel in Aadorf. Dort regte sich vor 15 Jahren so erbitterter Widerstand gegen eine Stahlplastik Altherrs, dass sie entfernt werden musste. Die Bevölkerung war überfordert von der Kraft des künstlerischen Werks, von seiner Strenge, seiner formalen Präsenz.

Kristin Schmidt

https://www.artlog.net/de/kunstbulletin-4-2015/juerg-altherr

Wie ein Werk am Schluss wirkt, kann man nie voraussagen. Ich habe eine Vorstellung von etwas, aber wenn eine Arbeit glückt, geht das Resultat am Schluss über meine anfängliche Vorstellung hinaus. Unsere Vorstellungen gehen nie so weit, wie das, was am Schluss real ist. Mein Sohn sagte einmal: Reality beats fiction. So ist es auch mit künstlerischen Vorstellungen. Das, was am Schluss ein Kunstwerk bewirkt, ist das Wunderbare. Manchmal passiert es, dass beim Betrachter Dinge passieren, die man sich vorher nicht vorstellen oder planen konnte. Wenn jemand kommt und ein Kunstwerk anders als ich deutet, dann ist das auch ein Geschenk.

Jürg Altherr in einem Interview von Sarah Serafini, 2013

https://www.aargauerzeitung.ch/limmattal/kuenstler-juerg-altherr-ich-veraendere-die-wahrnehmung-126703257

«... Ich stehe mit beiden Füssen auf der Erde. Gleichzeitig stecke ich Kopf voran im Ende der Unendlichkeit. Sie berührt mich ringsum. Auf der Erde kann ich den Ort wechseln. Die Unendlichkeit begleitet mich immer ...»

Jürg Altherr

http://www.art-st-urban.com/artists/item/altherr-juerg

Videos:

Kunst im Dolder Bad 2016 mit Jürg Altherr

https://www.youtube.com/watch?v=xRPU41IdP1s&t=16s

Kunstkammer - X TOTALE -- all together now - mit Juerg Altherr

https://www.youtube.com/watch?v=RQv5a-cqizc

Fotos von Thea Altherr-Flury:

http://www.thea-altherr.ch/Atelier/

Mehr:

https://www.plastiker.ch/mitglieder/juerg-altherr/

http://www.juerg-altherr.ch/

http://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4000382

http://www.multipleart.net/kuenstler-innen/92-altherr-juerg?showall=&start=1

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Nachtrag vom 6.6.2018:

Keiner dachte so leicht und baute so schwer

Wenn Jürg Altherr über seine Ideen sprach, schien vieles leicht. Fragile Standhaftigkeit, Schwerelosigkeit trotz Schwere, waren seine Begriffe. Ein tonnenschwerer Turm aus Eisen etwa sollte sich im Windhauch bewegen. Einen im prekären Gleichgewicht schwebenden Steg über dem Waffenplatz Frauenfeld nannte Altherr «Verhängnis», dafür bescherte er Zürcher Beamten eine luftige Himmelsleiter zwischen zwei Verwaltungsgebäuden an der Stampfenbachstrasse.

Sabine Altorfer

https://www.solothurnerzeitung.ch/kultur/keiner-dachte-so-leicht-und-baute-so-schwer-juerg-altherr-73-jaehrig-gestorben-132652462

jürg altherr biet bezzola

Bild: Stahlkonstruktion Nr. XVIII, 1979/80, Chromstahl, Chromstahlseil 8,5 x 10 x 20 m, 7. Schweizer Plastikausstellung Biel, angekauft von Stadt und Kunstverein Biel 2002, EXPO 02 Arteplage Biel

Foto: © Leonardo Bezzola, http://www.juerg-altherr.ch/biel/

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