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HEIDI SPECOGNA IST EHRENGAST DER "RENCONTRE 2020" BEI DEN SOLOTHURNER FILMTAGEN

HEIDI SPECOGNA IST EHRENGAST DER "RENCONTRE 2020" BEI DEN SOLOTHURNER FILMTAGEN

24.10.2019 Die 55. Solothurner Filmtage 2020 widmen das Spezialprogramm "Rencontre" der Regisseurin, Autorin und Produzentin Heidi Specogna (Bild). Die preisgekrönte Bielerin ("Cahier africain", "Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez") gehört gemäss den Solothurner Filmtagen "seit mehr als 25 Jahren zu den wichtigsten Autorinnen und Autoren des europäischen Kinodokumentarfilms".


Foto: © Anne Morgenstern (Ausschnitt)

Heidi Specogna wird 1959 in Biel geboren und wächst am Jurasüdfuss auf. Nach der Ringier Journalistenschule arbeitet sie für verschiedene Deutschschweizer Medien, ist Mitglied des Journalistenkollektivs «Presseladen» und entdeckt die Fotografie für sich.

Anfang der 1980er-Jahre zieht es Specogna nach Deutschland: sie gehört zu den ersten Schweizerinnen, die an einer ausländischen Filmschule studieren. An der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin (dffb) entstehen verschiedene Kurz- und Experimentalfilme.

Ihren ersten mittellangen Dokumentarfilm «Fährten» (1985) dreht sie in Schwarzweiss und befragt dafür die Menschen und Landschaften, die sie für ihr Studium zurückgelassen hat: ihre Schwester in Biel, das Berner Seeland, den Jura, die Schweiz. Für diese atmosphärische, persönlich-essayistische Bestandesaufnahme der Schweiz gewinnt Specogna 1985 aus dem Stand den Berner Filmpreis.

Es folgen Lehraufträge, die Gründung einer eigenen Produktionsfirma und mit «Tania La Guerrillera» (1991) und «Deckname: Rosa» (1993) ihre ersten beiden langen Dokumentarfilme über couragierte, kämpferische Frauen.

Mit «Z-Man's Kinder» macht die Regisseurin ihren einzigen Ausflug in den Spielfilm und stellt auch hier eine eigenwillige Frau ins Zentrum.

Doch von nun an steht Specognas Werk ganz in der Tradition des politischen Dokumentarfilms. Sie erzählt die Geschichte einer PKK-Aktivistin («Eine Familienangelegenheit», 2004), eines guatemaltekischen Soldaten («Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez», 2006) und einer 90jährigen Revolutionärin («Zeit der roten Nelken», 2004). Zweimal beobachtet sie den uruguayischen Politiker Pepe Mujica («Tupamaros», 1997, und «Pepe Mujica - Der Präsident», 2014).

Nach Lateinamerika wendet sich Heidi Specogna Afrika zu und blickt noch stärker hinter die politische Aktualität - sei es auf einem Kindersklavenschiff in Gabun («Das Schiff des Torjägers», 2010) oder bei Ermittlungen über Kriegsverbrechen («Carte Blanche», 2011) und bei Vergewaltigungsopfern in der Zentralafrikanischen Republik («Cahier africain», 2016). Dabei akzentuiert sich auch die dokumentarische Haltung der Regisseurin: Recherchieren, Beobachten, Fragen stellen - und so mit entschiedener Neugier einen Blick auf die grösseren Zusammenhänge freimachen.

Heidi Specognas bedeutendes Oeuvre ist vielfach preisgekrönt. So erhielt «Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez» sowohl den Schweizer Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm als auch den deutschen Grimme-Preis. «Cahier africain» brachte der Autorin neben dem Schweizer Filmpreis und dem Grimme-Preis auch den Deutschen Filmpreis und den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis - den sie bereits für «Esther und die Geister» erhalten hatte - ein. Die Deutsche Akademie der Künste ehrte Heidi Specogna kürzlich mit dem renommierten Konrad-Wolf-Preis.

Neben ihrer Tätigkeit als Filmemacherin unterrichtet Heidi Specogna an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Zu ihren Studenten und Studentinnen gehörten u.a. Nicolas Steiner, Nicole Vögele oder Nora Fingscheidt.

Der Vermittlung des filmischen Handwerks wird sie sich auch in Solothurn widmen: In einer Masterclass gibt die Regisseurin gemeinsam mit ihrem Cutter Kaya Inan Einblick in den Schnittprozess ihres aktuellen Filmprojekts «Wachs und Gold», das derzeit in Äthiopien gedreht wird.

Die «Rencontre» ehrt seit 1996 jährlich eine Persönlichkeit des Schweizer Films, zeigt Schlüsselwerke ihres Schaffens und ermöglicht die persönliche Begegnung. Zu den bisherigen Ehrengästen der Solothurner Filmtage gehören u.a. die Regisseurinnen und Regisseure Christoph Schaub, Peter Liechti, Silvio Soldini, Léa Pool, Paul Riniker, Jacqueline Veuve, Alexander J. Seiler, Claude Goretta, Reni Mertens und Walter Marti sowie Alain Tanner oder die Schauspielerinnen und Schauspieler Bruno Todeschini, Ursina Lardi, Marthe Keller, Walo Lüönd, Maximillian Schell, Bruno Ganz und Jean-Luc Bideau.

Quelle:

https://www.solothurnerfilmtage.ch/sektionen-preise/rencontre

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