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Daniel Leutenegger, Bulliard 95, CH-1792 Cordast, Tel +41 (0)26 684 16 45 (nachmittags), Fax +41 (0)26 684 36 45, www.buero-dlb.ch

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ARCHIV DER ERSTEN BERNER GURTENFESTIVALS 1977-1983 GEHT AN DAS SCHWEIZERISCHE SOZIALARCHIV IN ZÜRICH

ARCHIV DER ERSTEN BERNER GURTENFESTIVALS 1977-1983 GEHT AN DAS SCHWEIZERISCHE SOZIALARCHIV IN ZÜRICH

13.11.2017 Vierzig Jahre nach dem 1. Gurtenfestival haben die beiden Initianten Ueli Fricker und Daniel Leutenegger beschlossen, ihre Archive zu den ersten fünf Gurtenfestivals (1977 bis 1983) für Publikum, Medien und Forschung zugänglich zu machen. Die vielfältigen Dokumente (Texte, Töne, Bilder, Objekte) gehen als Dauerleihgaben an das Schweizerische Sozialarchiv in Zürich, mit dem eine entsprechende Archivvereinbarung unterzeichnet wurde. Die beiden Gurtenfestival-Pioniere laden aus diesem Anlass weitere Personen dazu ein, ihnen Erinnerungsstücke zu den Anfangsjahren des Berner Gurtenfestivals zuzustellen, die dann ebenfalls der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden können.


Foto: © Daniel Leutenegger, www.ch-cultura.ch

Nach rund einjähriger Vorbereitung fand das 1. Internationale Folkfestival Bern-Gurten am 2. und 3. Juli 1977 statt. Der grosse Erfolg in allen Bereichen - vom Publikumszuspruch über den gelungenen Test des Geländes bis zu den Finanzen - ermutigte die Gründungsmitglieder, den in seiner Art einmaligen Anlass weiterhin durchzuführen und programmlich noch auszubauen. In den Anfangsjahren wurde das Gurtenfestival in Koordination mit dem Folkfestival auf der Lenzburg veranstaltet.

Die ersten fünf Gurtenfestivals wurden von einem ehrenamtlich tätigen Organisationskomitee sowie Hunderten von freiwilligen Helferinnen und Helfern durchgeführt und lockten jeweils bis zu 30'000 Menschen auf den Berner Hausberg. Das Gurtenfestival war vollständig werbefrei und wurde ohne jegliches Sponsoring veranstaltet.

In seiner Ursprungskonzeption war das Gurtenfestival eng verbunden mit sämtlichen musikalischen Stilrichtungen, mit fast allen künstlerischen Ausdrucksformen und ganz besonders mit politischen, ökologischen, philosophischen Bewegungen und basisdemokratischen Initiativen.

Neben den Konzerten auf mehreren Bühnen verschiedener Grössen gab es Workshops z.B. zu Instrumentenbau oder Sagen, Alusammeln oder Sonnenenergie; es gab Autorenlesungen, Gruppentänze, spektakuläre Happenings, begehbare künstlerische Installationen, spontanes Theater, circensische Darbietungen mit Publikumsbeteiligung, zahlreiche Attraktionen für Kinder und jede Menge von Jam Sessions irgendwo auf dem Gelände. Wer sich ausserhalb des offiziellen Programms noch als Musiker anmeldete, hatte beste Aussichten auf ein Freibillett und einen Eintrag im Programmbüchlein als sogenannter "Rasenmusiker". Der Märit des Gurtenfestivals bot Informationen, Esswaren, Getränke, Kleider, Schmuck usw. der neuen Art.

Mit der gezielten Förderung von künstlerischen Entdeckungen, grenzüberschreitenden kreativen Verbindungen und ganz praktischen ökologischen Umsetzungen (z.B.: Besucher nehmen selber Geschirr und Besteck ans Festival mit) verstand sich das Gurtenfestival als Informations-, Austausch- und Versuchs-Plattform und als "Gesamtkunstwerk".

Die Ausstrahlung des Gurtenfestivals war von Anfang an national, in manchen Bereichen international.

Vom Berner Hausberg ins soziale Gedächtnis der Schweiz

Die von Ueli Fricker und Daniel Leutenegger seit über 40 Jahren gesammelten und aufbewahrten Materialien zum Gurtenfestival gehen in den nächsten Monaten ans Schweizerische Sozialarchiv in Zürich. Ergänzt werden sie durch die Akten von Gründungsmitglied Hansruedi Egli, die bislang von Hansueli von Allmens Archiv Cabaret-Chanson-Mundartrock-Mimen in Thun aufbereitet und gesichert worden sind. 

Das Archivgut präsentiert sich insgesamt in bunter Vielfalt: Da gibt es z.B.  Korrespondenzen, Protokolle, Musikerverträge, Biografien, Zeitungsausschnitte, Fotos, Zeichnungen, TV-Sendungen, Filme, Videos, Tonaufnahmen, Musiker-Demokassetten, Radio-Sendungen, Programmbüchlein, Plakate, Bücher, Schriften und LPs, Gästebücher, allerlei Objekte ...

Im Sozialarchiv wird das Archivgut sicher und sachgemäss aufbewahrt, erschlossen, digitalisiert und dann der Öffentlichkeit zur Nutzung zugänglich gemacht.

Das für ÖV-Benutzende optimal gelegene und vorzüglich vernetzte Schweizerische Sozialarchiv in Zürich ist eine wissenschaftliche Bibliothek, ein historisches Archiv und eine aktualitätsbezogene Dokumentation in einem. Es ist mit seiner Sammlung zu gesellschaftlichen Fragen eine in der Schweiz einmalige Institution, begreift sich als Teil der schweizerischen Archiv- und Bibliothekslandschaft und arbeitet mit verwandten Institutionen im In- und Ausland zusammen. Das 1906 gegründete Schweizerische Sozialarchiv ist eine vom Bund anerkannte Forschungsinfrastruktureinrichtung, die von einem parteiunabhängigen, breit abgestützten Verein getragen wird.

"Seit jeher haben sich soziale Bewegungen und Musik in einem symbiotischen Verhältnis befunden. Das Schweizerische Sozialarchiv mit seinem Fokus auf der Geschichte sozialer Bewegungen bemüht sich gegenwärtig, dieses Phänomen besser zu dokumentieren, und hier kommt das Material zu den Anfängen des Gurtenfestivals wie gerufen."

Christian Koller, Direktor Schweizerisches Sozialarchiv

"Ich freue mich ausserordentlich auf das Material zu den Gurtenfestivals: Wir erhalten damit zum ersten Mal Unterlagen zu einem Musikfestival. Der Bestand wird unsere Archivalien zu den kulturellen und politischen Aufbruchbewegungen nach 1968 hervorragend ergänzen!"

Stefan Länzlinger, Archivar Schweizerisches Sozialarchiv

Fricker und Leutenegger würden sich freuen, wenn sich das Gurtenfestival-Archiv mit neuem Standort dann bald auch im Internet zeigen würde, wenn es durch "Oral History"-Beiträge erweitert werden könnte und wenn sich via Sozialarchiv Verbindungen zu anderen kulturellen Initiativen der 1970er/1980er-Jahre aufzeigen liessen.

Aufruf

Ueli Fricker und Daniel Leutenegger laden auf diesem Weg weitere Mitglieder der Organisationskomitees der ersten Jahre, Helferinnen und Helfer, Mitwirkende, Besucherinnen und Besucher, Medienleute und andere damals Involvierte dazu ein, sich ihnen anzuschliessen und ihnen Erinnerungsstücke zu den ersten fünf Gurtenfestivals (Texte, Fotos, Zeichnungen, Videos, Tonaufnahmen, Objekte etc.) anzuvertrauen, die von ihnen gesammelt und dann "en bloc" ans Schweizerische Sozialarchiv weitergeleitet werden.

Für Zustellungen per Post:

Ueli Fricker, Lombachweg 38a, 3006 Bern

Für Zustellungen via E-Mail:

daniel.leutenegger@dreamteam.ch

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Kontakt:

Gurtenfestival:

Ueli Fricker, ueli.fricker@bluewin.ch

Daniel Leutenegger, daniel.leutenegger@dreamteam.ch, www.ch-cultura.ch

Schweizerisches Sozialarchiv:

Stefan Länzlinger, laenzlinger@sozarch.uzh.ch

gurtenfestival 1977 hut trachsel

Foto: © Hansueli Trachsel, 1977

gurtenfestival hauptbühne edouard rieben

Foto: © Edouard Rieben

gurtenbüechli 1-4

Gurtenbüchlein N° 1 - 4 - Foto: © Daniel Leutenegger (zur Vergrösserung anklicken)

gurtenbüchlein 5

Gurtenbüchlein N° 5 - Foto: © Daniel Leutenegger (zur Vergrösserung anklicken) 

gurtenfestival gurtenbüchlein 1-5

Gurtenbüchlein N° 1 - 5 - Foto: © Daniel Leutenegger, www.ch-cultura.ch (zur Vergrösserung anklicken)

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