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CORONAVIRUS: DIE REGIONALEN INTERESSENGEMEINSCHAFTEN DER KULTUR FORDERN EINE RASCHE TERMINKLÄRUNG

CORONAVIRUS: DIE REGIONALEN INTERESSENGEMEINSCHAFTEN DER KULTUR FORDERN EINE RASCHE TERMINKLÄRUNG

02.05.2020 Mit einem Offenen Brief vom 1. Mai 2020 richten sich die regionalen Interessengemeinschaften der Kultur an den Bundesrat. Unterzeichnet ist das Schreiben von der IG Kultur Ost, der 
IG Kultur Luzern, der Kulturlobby Winterthur, der Kulturstadt Jetzt Basel, von Pro Kultur Kanton Zürich und Pro Kultur Olten
 sowie dem Verband Kultur Baselland. In ihrem Brief drängen die Unterzeichnenden auf eine rasche Klärung der Termine auch für mittlere und kleine Veranstaltungen. Und sie warnen vor den mittel- und langfristigen Folgen der Krise für den Kulturbetrieb.


Der Offene Brief an den Bundesrat im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren Bundesrätinnen und Bundesräte

Sehr geehrter Herr Bundesrat Alain Berset

Für die Kulturszene ist die aktuelle Unsicherheit in der Corona-Krise existenzbedrohend. Die regionalen Interessengemeinschaften der Kultur drängen auf eine rasche Klärung der zeitlichen Perspektiven auch für mittlere und kleine Veranstaltungen. Und sie warnen vor den mittel- und langfristigen Folgen der Krise für den Kulturbetrieb.

Seit Mitte März 2020 steht das Kulturleben still, in der Schweiz und europaweit. Den Kulturinstitutionen wurde der Veranstaltungs- und Dienstleistungsbetrieb verunmöglicht. Die Kulturschaffenden wurden daran gehindert, ihren Beruf auszuüben. Und während andere Wirtschaftszweige nach und nach wieder Tritt fassen, sind die Aussichten für die Kultur weiterhin düster. Der Lockdown droht zum Knockdown zu werden, zahlreiche Existenzen sind bedroht. Die Befürchtung ist: In Sachen Lockerungen kommt die Kultur als Letzte dran.

Betroffen von Absagen, Schliessungen, Verschiebungen und mehr oder weniger totalem Einnahmenausfall sind Kulturinstitutionen, grosse und kleine Veranstaltungsorte und -agenturen, Kulturschaffende aller Sparten und eine grosse Zahl von Beschäftigten des Kultursektors und verwandter Bereiche: Gastronomie, Technik, Grafik, Vermittlung und viele mehr.

Viele dieser Anstellungsverhältnisse waren schon vor dem Ausbruch des neuen Coronavirus wenig gesichert, schlecht bezahlt oder auf Abruf. Entsprechend gross ist die Zahl der Kulturschaffenden ohne finanziellen Rückhalt und ohne ausreichende Sozialversicherung. Letztere sind meist als Selbstständige oder Freischaffende in befristeten, oft unterfinanzierten, projektbasierten Engagements tätig.

Uns ist bewusst: Für den Erhalt der kulturellen Vielfalt sowie ihrer Orte, Veranstalterinnen und Arbeitsplätze wurde von Bund, Kantonen und Gemeinden in den vergangenen Wochen viel unternommen. Eine beispiellose Zusammenarbeit auf nationaler Ebene von verschiedenen Verbänden aller Kultursparten fruchtete. Die Notmassnahmen des Bundes und der Kantone sind rasch und unbürokratisch aufgegleist worden. Sie sind in der Lage, die akuten Erwerbsausfälle zumindest teilweise aufzufangen oder zu überbrücken.

Schwieriger ist die Lage mittel- und langfristig. Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Filmdrehs, Vernissagen etc. können auch im Herbst 2020 und Winter 2020/2021 momentan höchstens provisorisch geplant werden. Für international vernetzte Projekte verunmöglichen die geschlossenen Grenzen erst recht jede Perspektive. Diverse Anlässe sind bereits ins kommende Jahr verschoben. Freischaffende stehen daher auch auf längere Sicht ohne Aufträge da. Veranstalter sind gezwungen, ohne gesicherte Perspektiven ins Blaue hinaus zu planen.

Am 29. April 2020 haben Sie, der Schweizerische Bundesrat, Anlässe mit über 1'000 Personen verboten. Das schafft Klarheit für die grossen Kulturanbieter, aber nicht für die überwiegende Mehrheit der kleineren kulturellen Veranstaltungen.

Deshalb benötigen die regionalen Interessengemeinschaften der Kultur eine möglichst rasche Klärung: Welche Fristen gelten für mittlere und für kleine Anlässe? Wann fällt der Entscheid über das geltende Verbot von Versammlungen über 5 Personen? Wie sieht die Perspektive für die Wiederaufnahme der Probenarbeit aus? Wünschenswert wären schweizweit einheitliche Vorgaben für die Kantone und Städte, damit es nicht zu einem Durcheinander und weiterer Verunsicherung führt.

Die Kulturszene steht, wie Sie wissen, in ihrer grossen Mehrheit hinter den Schutzmassnahmen des Bundesrats und trägt sie solidarisch mit. Aber sie braucht dringend einen Planungshorizont und Rechtssicherheit. Daher appellieren die unterzeichnenden regionalen Interessengemeinschaften der Kultur an die Bundes- und Kantonsbehörden, diese Terminklärung baldmöglichst vorzunehmen und zu kommunizieren.

Zudem sind mittelfristige Hilfsmassnahmen dringlich zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen im Kultursektor. Das erste Rettungspaket ist bis am 20. Mai 2020 befristet. Die Verlängerung der befristeten Verordnung und deren Massnahmen für die Kulturbranche hat höchste Priorität sowie die Klärung, wie für - zukünftige - entgangenen Gagen eine Lösung gefunden werden kann.

Wünschenswert wäre weiter eine bessere Koordination zwischen den Amtstellen und eine bessere Information der Kulturakteurinnen und -akteure. Der Lockdown der Kultur droht wie erwähnt weit über dieses Datum hinaus anzudauern. Mit Folgen bis in den Winter 2020/2021 und weit ins Jahr 2021 hinein. Entsprechend sind für die nächsten Wochen und Monate weitere Massnahmen zu ergreifen, ansonsten droht vielen Kunst- und Kulturschaffenden eine existentielle Krise, zahlreichen Veranstaltenden gar das Aus.

Sehr geehrte Damen und Herren Bundesrätinnen und Bundesräte, sehr geehrter Vorsteher des EDI Herr Bundesrat Alain Berset: Kunstschaffende und Institutionen sind wesentlicher Teil unseres geistigen Wohlbefindens und brauchen jetzt eine klare zeitliche und finanzielle Perspektive, damit sie planen und ihre Existenz nach Möglichkeit selbstständig sichern können. Die regionalen Interessengemeinschaften der Kultur sind gern bereit, als Anlaufstelle für die Behörden Hand zu bieten und ihr Wissen und Netzwerk einzubringen.

Besten Dank für die wohlwollende Kenntnisnahme und die Berücksichtigung unserer Anliegen.

Unterzeichnet von

IG Kultur Ost
, IG Kultur Luzern, Kulturlobby Winterthur, Kulturstadt Jetzt Basel, Pro Kultur Kanton Zürich, Pro Kultur Olten, Verband Kultur Baselland

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Kontakt:

Ann Katrin Cooper

Präsidentin IG Kultur Ost, info@ig-kultur-ost.ch

#IGKulturOst #IGKulturLuzern #KulturlobbyWinterthur #KulturstadtJetztBasel #ProKulturKantonZürich #ProKulturOlten #VerbandKulturBaselland #Coronavirus #culturavirus #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

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Auf www.ch-cultura.ch u.a. erschienen:

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/coronavirus-die-regionalen-interessengemeinschaften-der-kultur-fordern-eine-rasche-terminklaerung

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/coronavirus-auch-theaterproduktionen-haben-vorlaufzeiten-von-mehreren-wochen-oder-monaten-und-koennen-nicht-kurzfristig-an-oder-abgesagt-werden

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/coronavirus-die-musikbranche-braucht-eine-fortsetzung-der-kulturmassnahmen

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/bundesrat-verbietet-grossveranstaltungen-bis-ende-august-2020-museen-bibliotheken-archive-koennen-am-11.-mai-wieder-oeffnen

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/close-distance-statt-cultural-distancing-pro-helvetia-will-neue-kuenstlerische-formate-unterstuetzen

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/nationaler-kulturdialog-die-coronakrise-erfordert-ein-gemeinsames-engagement-zugunsten-der-kultur

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/coronavirus-unterstuetzung-fuer-den-kultursektor-gesuche-koennen-eingereicht-werden

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/radiotipp-staatshilfe-fuer-die-kultur-wer-bekommt-was

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/suisseculture-der-kultur-und-veranstaltungssektor-bedankt-sich-beim-bundesrat-fuer-die-getroffenen-notfallmassnahmen-zur-rettung-der-branche           

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/massnahmen-zur-abfederung-der-wirtschaftlichen-folgen-des-coronavirus-im-kultursektor

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/solidaritaet-mit-kulturschaffenden-und-veranstaltenden-in-der-coronaviruskrise-offener-brief-an-radio-und-fernsehen-srf

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/absagen-und-zeitweilige-schliessungen-3-culturavirus

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/coronavirus-absagen-und-zeitweilige-schliessungen-2

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/erhalt-der-vielfaeltigen-schweizer-kulturlandschaft-und-ihrer-orte-und-arbeitsplaetze-auch-im-bereich-laienkultur

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/coronavirus-datenerhebung-zu-gagenausfaellen

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/coronavirus-informationen-fuer-autorinnen-und-literarische-uebersetzer

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/information-und-dokumentation/coronavirus-begrenzung-der-anzahl-besucherinnen-in-den-lesesaelen-des-schweizerischen-bundesarchivs

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/coronavirus-bundesamt-fuer-kultur-bak-und-pro-helvetia-laden-kulturverbaende-zu-einer-anhoerung-ein

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/coronavirus-und-die-bildenden-kuenste-in-der-schweiz

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/diverse-dienstleistungen/alarmstufe-dunkelrot-in-der-veranstaltungsbranche

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/theaterschaffende-schweiz-zu-den-auswirkungen-von-veranstaltungsausfaellen-auf-die-professionelle-freie-theaterszene

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/kulturelle-veranstaltungen-absagen-befuerchtungen-forderungen-initiativen

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/politik-und-gesellschaft/corona-virus-und-wir

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik?p=1

Medienmitteilung Suisseculture, 1. Mai 2020:

https://swissanimation.ch/files/20200501_mm_suisseculture.pdf

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