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DIE PHOTOBASTEI, DAS HAUS DER FOTOGRAFIE IN ZÜRICH, STELLT IHREN BETRIEB EIN

DIE PHOTOBASTEI, DAS HAUS DER FOTOGRAFIE IN ZÜRICH, STELLT IHREN BETRIEB EIN

06.01.2020 Die Photobastei Zürich schliesst nach fünf Jahren per Ende Juni 2020 ihren Betrieb. "Trotz guten Vermietungs- und BesucherInnenzahlen bleibt das Ausstellungs- und Kulturzentrum am Sihlquai 125 leicht defizitär. Bei einem Umsatz von rund einer Million Franken sind die Risiken, die sich insbesondere aus dem Museumsbetrieb ergeben, zu gross, um vom Hauptverantwortlichen, Romano Zerbini, getragen zu werden.", heisst es in der heutigen Medienmitteilung der Photobastei. Deshalb habe Romano Zerbini entschieden, die Photobastei auf Ende Juni 2020 zu schliessen.


Foto: https://www.facebook.com/photobastei/photos/a.1428622687367863/2549649798598474/?type=3&theater

Die Photobastei hatte es seit ihrer Gründung finanziell nie leicht. Sie versuchte, sich durch einen Angebots-Mix von Museum, Vermietung von Ausstellungsräumen sowie einem Kulturzentrum mit Gastronomie selber zu tragen. Ziel war ein kultureller Freiraum, der unabhängig von Sponsoring und Kulturförderung sich selber finanzierte. Nach fünf Jahren zeigt es sich nun, dass dies knapp, aber eben leider nicht ganz gelingt.

Insbesondere der Museumsbetrieb sei grösseren Schwankungen unterworfen, ist in der Mitteilung zu lesen:

"Nicht jede Ausstellung kommt beim Publikum in einer Weise an, dass sie ihre Gestehungskosten einspielt. Oder aber der Sommer will einfach nicht enden, und die BesucherInnen bleiben aus. Erschwerend kommt beim Standort am Sihlquai dazu, dass sich die Photobastei im 2. und 3. Stock eines sehr alternativ geprägten Gebäudes befindet und über kein Laufpublikum verfügt. Im Sommer muss die Photobastei deshalb drei Monate schliessen und generiert keine Einnahmen.

Die Risiken konnten schnell Löcher von vorübergehend 50'000 CHF bis 100'000 CHF reissen, die auch mit grösstem Einsatz durch den Gastrobetrieb, durch Sponsoring oder durch Eingaben bei Stiftungen und der Stadt Zürich nicht immer ganz gedeckt werden konnten.

Das kleine Team, bestehend aus vier Teilzeitstellen, die den gesamten Betrieb stemmen, ist müde und ausgezehrt. Romano Zerbini ist nicht mehr in der Lage, die finanziellen Risiken zu tragen. Bei allem Elan und Idealismus ist das Projekt in dieser Form deshalb nicht zu halten. Die Photobastei schliesst auf Ende Juni 2020."

Die Photobastei

Die Photobastei verstand sich als ein Freiraum für Fotografie und Performing Arts. Seit ihrer Gründung im Jahre 2014 hat sie sich zu einer lebendigen und schillernden Institution Zürichs entwickelt.

Sie war das einzige Haus für Fotografie in Zürich. Die hochstehenden Museumsausstellungen und das spezielle Konzept strahlten weit über die Landesgrenzen hinaus. Denn die Photobastei bot neben musealen Dauerausstellungen auch Mietraum für Fotografieausstellungen für Jedermann an. Ziel war es, das fotografische Schaffen in seiner ganzen Breite zwischen den Off-Spaces und den etablierten Institutionen und Galerien zu zeigen sowie die soziale Praxis des Mediums zu untersuchen. Nach einer Gewöhnungszeit fand diese offene Haltung ein treues Publikum.

Daneben führte die Photobastei auch eine Bühne und eine Bar. Sie verstand sich als ein niederschwelliger, offener Veranstaltungsraum, der Energien anziehen sollte, welche im Markt noch unbekannt waren oder dort keine Chancen hatten. Es fanden unzählige Konzerte, Festivals, Parties und andere Performances statt.

Einzigartig war die Möglichkeit, in der Photobastei den Reflektionsraum der Ausstellungen mit jenem der Performing Arts zu verschmelzen. Dies gelang insbesondere während der Punkausstellung "Raw Power" anfang 2019, die zu einer kleinen Legende wurde.

Die letzten fünf Jahre zeigten das Bedürfnis nach einem günstigen, offenen, niederschwelligen und unformatierten Raum für Fotografie und Performing Arts in der Stadt Zürich. Die Mietflächen für Ausstellungen waren meistens auf ca. 8 Monate hinaus ausgebucht. Auf der Bühne fanden immer mehr Darbietungen statt und die Zahl der Anlässe wuchs im zweistelligen Prozentbereich.

Eine Dunkelkammer mit sieben Arbeitsplätzen sowie eine Bibliothek mit über 1'500 Standardwerken zur Fotografie rundeten das Angebot ab.

Spiritus Rectus, Kurator, Direktor sowie Mäzen der Photobastei war Romano Zerbini.

cp

Kontakt:

http://www.photobastei.ch/?fbclid=IwAR0aZVsjBLncnfYxB2ckgG83dwktZVG8FszKNL8-RW3XaMjdT5A1MoX3alU

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Mehr:

Ein kulturpolitisches Versagen: Die Photobastei Zürich gibt auf

Nach fünf Jahren anregender Aktivität und international erfolgreicher Ausstellungen schliesst in Zürich das privat betriebene Kulturzentrum rund um die Fotografie. Die Idee Photobastei scheitert an der realitätsfremden Förderpraxis.

Daniele Muscionico

https://www.nzz.ch/feuilleton/ein-kulturpolitisches-versagen-die-photobastei-zuerich-gibt-auf-ld.1531943

Kein Geld, keine Energie: Zerbini schliesst Photobastei

Ende Juni ist die Ära der Photobastei in Zürich nach fünf Jahren vorbei. Am fehlenden Publikumsinteresse liege es nicht, sagt Initiant Romano Zerbini.

Tina Fassbind

https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/ich-habe-das-geld-und-die-energie-nicht-mehr/story/20529659

Erfolgreich und trotzdem gescheitert

Sie wollte das «Bollwerk der Fotografie» sein; die Photobastei in Zürich. Nun ist dem Betreiber das Geld ausgegangen - trotz guten Besucherzahlen.

sda/marn kueh

https://www.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/photobastei-in-zuerich-am-ende-erfolgreich-und-trotzdem-gescheitert

#PhotobasteiZürich #RomanoZerbini #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

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