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TASKFORCE CULTURE: "DER KULTURSEKTOR BRAUCHT KLARHEIT UND EINHEITLICHE REGELN"

TASKFORCE CULTURE: "DER KULTURSEKTOR BRAUCHT KLARHEIT UND EINHEITLICHE REGELN"

25.10.2020 Die Taskforce Culture schreibt in ihrer heutigen Medienmitteilung: "Der Kultursektor kann nachvollziehen, dass zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie einschneidendere Massnahmen notwendig sind. Diese werden aber viele Kulturschaffende und Kulturunternehmen endgültig existenziell gefährden. Staatliche Einschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeiten müssen mit rascher und unbürokratischer finanzieller Hilfe abgefedert werden. Der Einbezug der Kulturverbände auf allen Ebenen der Staatsorganisation (Bund, Kantone und Gemeinden) ist wichtiger denn je."


Bild: © https://taskforceculture.ch/category/aktivitaeten/

Die Medienmitteilung der Taskforce Culture im Wortlaut:

Die vier Hauptforderungen der Taskforce Culture

  • Schweizweit einheitliche Regelungen für Kulturveranstaltungen 

  • Einbezug der Kulturverbände bei der Ausgestaltung der gesamtwirtschaftlichen Massnahmen (Kurzarbeit, Corona-Erwerbsersatz)

  • Frühzeitige Information der Kulturverbände über Pandemiemassnahmen und Einbezug bei der konkreten Umsetzung

  • Rasche und unbürokratische Leistung der versprochenen finanziellen Unterstützung

Es ist nachvollziehbar, dass Bund und Kantone handeln müssen, um die rasant zunehmende Verbreitung von Covid-19 zu stoppen. Auch der Kultursektor will keine überfüllten Intensivstationen und keine Überlastung der Gesundheitsfachpersonen. Ihnen gilt unser allergrösster Respekt. Daher hat die Schweizer Kulturbranche seit dem ersten Lockdown die Massnahmen des Bundes engagiert umgesetzt, funktionierende Schutzkonzepte erarbeitet und konsequent angewendet. Nur selten stecken sich Menschen bei Kulturanlässen an.

Die Situation ist ernst

Für die Kulturschaffenden (dazu gehören auch Fachpersonen im Bereich Veranstaltungstechnik), die Kulturunternehmen (z.B. Veranstaltende), aber auch Zulieferer (z.B. Catering-Services) werden ein erneuter Lockdown oder weitere Einschränkungen von Veranstaltungen existenziell bedrohlich. Der Kultursektor besteht aus zahlreichen Selbstständigerwerbenden oder befristet Angestellten. Es sind KleinstunternehmerInnen, die allfällige Ersparnisse während dem ersten Lockdown aufgebraucht haben. Die Veranstaltenden sind auf Einkünfte angewiesen, oder sie müssen ihren Betrieb dauerhaft einstellen. Die momentan herrschende Unsicherheit macht das Planen von Veranstaltungen unmöglich. Die Sponsorensuche ist deutlich erschwert, wenn keine Anlässe mehr stattfinden oder das Risiko hoch ist, dass geplante Veranstaltungen abgesagt werden müssen.

Unterstützungsmassnahmen braucht es jetzt

Die Unterstützungsmassnahmen für Kulturschaffende, Kulturunternehmen und Kulturvereine im Laienbereich gemäss der Covid-19-Kulturverordnung sind eine gute Grundlage für die Weiterführung von Finanzhilfen und den Erhalt der kulturellen Vielfalt. Nun müssen sie aber auch rasch umgesetzt resp. weitergeführt werden. Leider haben aber viele Kantone die Ausfallentschädigungen für das letzte halbe Jahr noch nicht oder nur zum Teil ausbezahlt. Die zentral organisierte Nothilfe durch Suisseculture Sociale hat dagegen gut funktioniert, was besonders für die zahlreichen Freischaffenden aus dem Kulturbereich überlebenswichtig war und sein wird.

Entscheidend wird in den nächsten Monaten aber auch sein, wie der Erwerbsersatz umgesetzt wird. Bisher liegt noch keine entsprechende Verordnung vor, obwohl die Betroffenen seit dem 16. September 2020 keinen Erwerbsersatz mehr erhalten. Die Zeit drängt. Dabei ist es für die Kulturbranche unabdingbar, dass nicht nur Einbussen durch Veranstaltungsverbote entschädigt werden, sondern auch die Einbussen in Folge der fehlenden Buchungen. Für Angestellte dagegen wird die Kurzarbeit zentral sein.

Weiter ist eine rasche Umsetzung der Härtefall-Massnahmen für Unternehmen (Art. 12 Covid-19-Gesetz) überlebensnotwendig. Wann fliessen die versprochenen Gelder? Im Frühjahr wird es für viele zu spät sein.

Zu grosse Unsicherheit für die Kultur

Die gegenwärtige Lage ist für den Kultursektor zwiespältig. Es wurde viel investiert in Schutzkonzepte und deren Umsetzung. So konnten Kulturprojekte und Veranstaltungen im Sommer/Herbst sicher durchgeführt werden. Gleichzeitig ist in der gegenwärtigen Situation eine grosse Verunsicherung spürbar, auch beim Publikum. Es fragt sich, ob es angesichts der aktuellen Lage überhaupt noch vertretbar ist, Kulturanlässe durchzuführen. 

Immer mehr Kantone schliessen Kultureinrichtungen oder erlassen die unterschiedlichsten Regeln zur Einschränkung kultureller Aktivitäten. Der Kultursektor benötigt Klarheit von Seiten der Behörden und schweizweit einheitliche Regelungen, um überhaupt vernünftig planen zu können. Auch die Vereine der Laienkultur müssen wissen, welche Bedingungen für ihre Vereinstätigkeiten wie beispielsweise Proben gelten.

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Quelle: https://www.suisseculture.ch/index.php?id=23&tx_ttnews%5Byear%5D=2020&tx_ttnews%5Bmonth%5D=10&tx_ttnews%5Btt_news%5D=206&cHash=844d954518f2c1251bdab4fc7a722ea2 

Über die Taskforce Culture:

Mit den gesamtwirtschaftlichen wie auch kulturspezifischen Massnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 gehen zahlreiche, komplizierte Anwendungsfragen einher, die die Kulturschaffenden, die Kulturunternehmen und die Kulturverbände seit März 2020 stark beschäftigen. Angesichts dieser vielen Fragen bildete sich nach der ersten Anhörung der Kulturverbände durch das Bundesamt für Kultur (BAK) am 12. März 2020 die verbandsübergreifende Taskforce Culture (ursprünglich Taskforce Corona Massnahmen Kultur).

Seit März 2020 trifft sich die Taskforce Culture einmal wöchentlich für einen rund zweistündigen Austausch. Sie sammelt die aktuell brennenden Fragen, beleuchtet die Umsetzung der Massnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, informiert sich gegenseitig und bereitet Stellungnahmen/Eingaben zuhanden des Bundesrats, der Bundesverwaltung, der Kantone sowie Medienmitteilungen vor. Zudem koordiniert sie nach Möglichkeit auch die politische Arbeit der verschiedenen Verbände/Organisationen sowie die Medienarbeit. Und sie setzt sich für einen Dialog auf Augenhöhe zwischen den zuständigen Verwaltungseinheiten und dem Kultur- und Veranstaltungssektor ein. Stellungnahmen legt sie nach Möglichkeit vor dem Versand jeweils einer grösseren Runde von ungefähr 50 bis 60 weiteren Kulturverbänden vor. Diese entscheiden, ob sie das Dokument mitunterzeichnen wollen oder nicht.

Die Mitglieder der Taskforce Culture: 

Olivier Babel (LIVRESUISSE), Stefan Breitenmoser (SMPA - Swiss Music Promoters Association), David Burger (MMFS - MusicManagersForum Suisse), Regine Helbling (Visarte - Berufsverband visuelle Kunst Schweiz), Liliana Heldner (DANSE SUISSE - Berufsverband der Schweizer Tanzschaffenden), Christian Jelk (Visarte - Berufsverband visuelle Kunst Schweiz), Sandra Künzi (t.Theaterschaffende Schweiz), Alex Meszmer (Suisseculture), Marlon Mc Neill (IndieSuisse - Verband unabhängiger Musiklabels und -produzent*innen, SMECA - Swiss Media Composers Association), Jonatan Niedrig (PETZI - Verband Schweizer Musikclubs und Festivals), Nicole Pfister Fetz (A*dS - Autorinnen und Autoren der Schweiz, Suisseculture Sociale), Rosmarie Quadranti (Cultura), Nina Rindlisbacher (SMR - Schweizer Musikrat), Beat Santschi (SMV - Schweizerischer Musikerverband, die Schweizer Musiker*innengewerkschaft, Christoph Trummer (SONART - Musikschaffende Schweiz) 

Kontakt:

https://taskforceculture.ch/category/aktivitaeten/

Über Suisseculture:

Suisseculture ist der Dachverband der Organisationen der professionellen Kultur- und Medienschaffenden der Schweiz und der schweizerischen Urheberrechtsgesellschaften. Als Dachverband engagiert sich Suisseculture vornehmlich im Bereich landesweiter und übergeordneter Interessen der ihr angeschlossenen Verbände und Organisationen. Suisseculture setzt sich zum Ziel, die ideellen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Schöpferinnen und Schöpfer urheberrechtlich  geschützter Werke sowie von deren Interpretinnen und Interpreten zu fördern.

Suisseculture verfügt über ein funktionierendes Netzwerk zur Verwaltung sowie zu Politikern und Medienschaffenden, und kann immer wieder Erfolge im Interesse der Kunst- und Kulturschaffenden dieses Landes verbuchen.

Kontakt:

https://www.suisseculture.ch/index.php?id=127

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