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"DIE REVOLUTION IST TOT. LANG LEBE DIE REVOLUTION!"

"DIE REVOLUTION IST TOT. LANG LEBE DIE REVOLUTION!"

14.04.2017 Grosse Schau in Bern: Zum 100. Jahrestag der russischen Oktober-Revolution widmen das Zentrum Paul Klee und das Kunstmuseum Bern diesem Ereignis ihre gemeinsame Ausstellung "Die Revolution ist tot. Lang lebe die Revolution! Von Malewitsch bis Judd, von Deineka bis Bartana" - Bis am 9. Juli 2017


Zum Katalog: Von Malewitsch bis Judd, von Deineka bis Bartana,
Hrsg. von Michael Baumgartener, Zentrum Paul Klee Bern, Kathleen Bühler Kunstmuseum Bern. Gebundenes Buch, Pappband, 372 Seiten, 447 farbige Abbildungen. ISBN: 978-3-7913-5634-1, http://www.kunstmuseumbern.ch/de/shop_0-864.html

Die umfassende Ausstellung gibt einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der revolutionären Kunst und fragt nach ihren Folgen und Auswirkungen bis in die Gegenwart. Die beiden Berner Museen folgen je zwei unterschiedlichen kunsthistorischen Traditionen, welche mit der russischen Revolution untrennbar verbunden sind und die Kunst des 20. Jahrhunderts auf radikale Weise prägten - der russischen Avantgarde und dem Sozialistischen Realismus.

Von Malewitsch bis Judd

Die Ausstellung im Zentrum Paul Klee ist dem revolutionären bildnerischen Geist des russischen Suprematismus und Konstruktivismus sowie den Folgen für die Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmet. Kasimir Malewitsch, der Begründer des Suprematismus, sowie die russischen Konstruktivisten um Wladimir Tatlin und Alexander Rodtschenko veränderten mit ihrem Durchbruch zur geometrischen Abstraktion und zur Konstruktion die Kunst radikal. Die russische Avantgarde inspirierte künstlerische Bewegungen und Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts wie die Avantgarde in Südamerika, die amerikanische Minimal Art und die Konzeptkunst der 1960er- und 1970er-Jahre nachhaltig. Ihr kommt das Verdienst der revolutionären Kunst auch heute noch mit Recht zu.

Von Deineka bis Bartana

Das Kunstmuseum Bern folgt den Spuren des sich nach der Revolution durchsetzenden «Sozialistischen Realismus» und beobachtet dessen Wandlungen und Verwerfungen bis in die Gegenwartskunst. Nach dem «Nullpunkt der Abstraktion», der 1917 mit Malewitschs Schwarzem Quadrat erreicht wurde, fand 1917 in Russland bekanntlich eine tatsächliche politische und gesellschaftliche Revolution statt. Ein realistischer Malstil setzte sich als verbindliche visuelle Sprache für die Darstellung sozialistischer Themen durch. Die Propagandakunst ist zugleich ein programmatischer Gesellschaftsentwurf. Denn sie macht Werbung für eine Gesellschaft, die es nicht gibt und nie geben wird. Mit der Krise der Sowjetunion und der Auflösung des Ostblockes beginnt auch ein Wandel in der Bildsprache, die nun als leise Kritik, später als Persiflage oder in der Postmoderne als subversives Versatzstück dient und sich so von der ideologisch geprägten Bedeutung löst. Schritt für Schritt befreien sich Künstler vom Korsett des sozialistisch geprägten Stils und nutzen die leer gewordenen Bildformeln zur ätzenden Abrechnung mit einer illusionslosen und zynisch gewordenen spätkapitalistischen Gesellschaft.

cp

Kontakt:

http://www.lang-lebe-die-revolution.ch/

http://www.kunstmuseumbern.ch/de/startseite-121.html

http://www.zpk.org/de/startseite-245.html

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