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"ECHO. DER BERG RUFT ZURÜCK"

"ECHO. DER BERG RUFT ZURÜCK"

24.05.2019 Musikalisch, spielerisch, kulturgeschichtlich: Mit der Hör-Ausstellung "Echo. Der Berg ruft zurück" macht sich das Alpine Museum der Schweiz in Bern gemeinsam mit dem Musiker und Stimmkünstler Christian Zehnder (Bild) auf die Spuren des Widerhalls. Vom 25. Mai bis am 27. Oktober 2019.


Bild: Christian Zehnder, Musiker, Stimmkünstler und künstlerischer Leiter der Klangwelt Toggenburg - Foto: © Peter Neusser

Wer kennt das sechsfache Echo der Toralp im Melchtal? Oder das Wanderecho des Creux du Van im Neuenburger Jura?

Wir sind es gewohnt, die Welt visuell wahrzunehmen. Berge als Klangraum sind den meisten von uns kaum vertraut. Mit dem interaktiven Kulturprojekt "Echotopos" machte sich Christian Zehnder, künstlerischer Leiter der Klangwelt Toggenburg und bekannt für seine Technik des Obertongesangs, bereits 2015 auf, den Alpen eine Stimme zu geben. Über eine gleichnamige App liess er "Berggänger, Alpinistinnen, Wanderer, Bäuerinnen, Wildhüter, Familien, Stadtflüchtige und Bergsüchtige" Echos lokalisieren und registrieren. Nach und nach wuchs so eine heute über 80 Echoorte umfassende Soundkarte des Alpenraums (http://www.echotopos.ch).

Begegnungen mit dem Echo

"Echo. Der Berg ruft zurück" stellt sieben Echo-Aufnahmen aus verschiedenen Regionen der Schweiz ins Zentrum. Mit einem hochsensiblen Kunstkopf-Mikrofon zeichnete Christian Zehnder seine Jutze und Jodel so auf, dass sie ein dreidimensionales Hörerlebnis vermitteln. Das Echo wird ihm dabei zum musikalischen Partner, Aufforderung der Natur zur Improvisation.

Die Ausstellung lässt das Publikum sitzend in einem verspiegelten Raum in die alpine Klangwelt eintauchen. Denn Widerhall ist immer auch Begegnung mit uns selbst. "Echo" war denn auch immer weit mehr als das unterhaltsame akustische Phänomen, das im 19. Jahrhundert mit dem Einsatz von Echo-Kanonen touristisch vermarktet wurde. "Echo" - das ist beim antiken Dichter Ovid der Mythos der gleichnamigen Nymphe: Als Strafe für ihre Hinterlist kann sie die Stimme nicht mehr selbst erheben, sondern nur noch die Reste dessen wiederholen, was andere vorgeben. "Echo" steht aber auch für unser aller Bedürfnis nach Resonanz, eine anthropologische Konstante, die heute als zentrale Theorie der menschlichen Weltbeziehung diskutiert wird.

"Echo. Der Berg ruft zurück" gibt zusätzlich zum Klangerlebnis Einblick in die Kulturgeschichte des Echos sowie in Echo-Phänomene, wie sie im Tierreich (bei Fledermäusen) oder in technischen Anwendungen (Echolot) vorkommen. Die Hör-Ausstellung im Raum Biwak ist für blinde und sehbehinderte Menschen geeignet und Teil des SAC-Kulturprojekts 2019. Sie wird von einem breiten Veranstaltungsprogramm begleitet.

Nicht nur der Berg ruft zurück, sondern auch die Stadt. So hat etwa Basel unter der Mittleren Brücke ein bis zu zehnfaches Flatterecho zu bieten. In Bern gehört die Lorrainebrücke zu den akustischen Hotspots. Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung lässt Christian Zehnder dort zusammen mit dem Drummer Julian Sartorius am Montag, 2. September 2019, morgens um 7.00 Uhr einen Weckruf erschallen. Für Gruppen und Schulklassen führt das Alpine Museum der Schweiz akustische Stadtrundgänge durch.

ams

Kontakt:

www.alpinesmuseum.ch

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seealpsee

Bild: Seealpsee, Alpstein - Foto: © Christian Zehnder

 

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