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Daniel Leutenegger, Bulliard 95, CH-1792 Cordast, Tel +41 (0)26 684 16 45 (nachmittags), Fax +41 (0)26 684 36 45, www.buero-dlb.ch

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"EXTRA BODIES –
THE USE OF THE ‹OTHER BODY› IN CONTEMPORARY ART"

"EXTRA BODIES –
THE USE OF THE ‹OTHER BODY› IN CONTEMPORARY ART"

02.12.2017 Ausstellung Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, bis am 4. Februar 2018


Bild: L.A. Raeven, Test Room, 2000, Farbfotografie, 101 x 101 cm, Courtesy the artists and Ellen de Bruijne Projects, http://www.migrosmuseum.ch/fileadmin/autoren/Ausstellungen_Pressetexte_PDF/2017_Extra_Bodies/BT_ExtraBodies_DE_.pdf

Mit Werken von:

Ai Weiwei, Vanessa Beecroft, Guy Ben-Ner, Oscar Bony, Christoph Büchel, Clegg & Guttmann, Gino de Dominicis, Maria Eichhorn, Jens Haaning, Yves Klein, Teresa Margolles, Yoshua Okón, Yuri Pattison, L.A. Raeven, Edwin Sánchez, Christoph Schlingensief, Santiago Sierra, Jonas Staal, Stephen Willats, Carey Young, Artur Żmijewski

Die Ausstellung untersucht ein künstlerisches Phänomen, das sich in den 1990er-Jahren verstärkt abzeichnet und zu Beginn des neuen Jahrtausends einen Boom erlebt: Es ist die künstlerische Praxis, auf ‹andere Körper› zurückzugreifen.

Diese ‹anderen Körper› werden von den Künstlern aufgrund ihrer spezifischen sozialen oder biosozialen Rolle ausgewählt - und könnten somit auch als Statisten (engl.: «extras») bezeichnet werden.

Alle Arbeiten zeichnen sich durch ihren «Aufführungs»-Charakter aus. Auffällig ist dabei, dass der Betrachtende weder eingebunden noch zur Teilnahme eingeladen wird. Anders als in vielen künstlerischen Produktionen, die unter dem Begriff der Relationalen Ästhetik diskutiert werden, wird Partizipation hier nicht eingefordert.

Die umfangreiche Gruppenausstellung bespielt unter Einbezug zahlreicher Werke aus der Sammlung beide Stockwerke des Museums und diskutiert die unterschiedlichen Präsentationsmodi und Funktionen von Statisten in ihren sozialen und biosozialen Rollen.

Die Ausstellung vereint wichtige Positionen, die den ‹anderen Körper› einsetzen, erhebt jedoch nicht den Anspruch, einen umfassenden Kanon in diesem thematischen Feld zu etablieren.

Auf eine reale Präsenz des ‹anderen Körpers› in der Ausstellung wird dabei verzichtet, obwohl sie ein konstitutives Element für die Entstehung der in diesem Kontext besprochenen Arbeiten ist. Stattdessen sollen die unterschiedlichen Präsentationsmodi gezeigt werden, die es erlauben, das Phänomen des ‹anderen Körpers› in der zeitgenössischen Kunst unter verschiedenen Aspekten zu diskutieren.

In den Arbeiten steht meistens nicht der Mensch als Individuum im Zentrum, sondern er tritt in Gruppenformationen als Teil eines «kollektiven Körpers» auf. Es ist auffällig, dass das vermehrte Erscheinen des «extra body» zeitlich mit der Deregulation der Märkte zu Beginn der 1990er-Jahre zusammenfällt.

Bezeichnend für diese Entwicklung ist, dass die menschliche Arbeitskraft dank einer globalen Ausweitung immer kostengünstiger wird - ein Phänomen, das Luc Boltanski und Ève Chiapello als den «neuen Geist des Kapitalismus» beschrieben haben. Maurizio Lazzarato spitzt diese These noch zu mit der Feststellung, dass das Leben in der aktuellen Wirtschaft zu einer Währung geworden sei.

Die Mehrzahl der gezeigten Arbeiten im Erdgeschoss stammen aus der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts, ergänzt durch kunsthistorische Beispiele. Im oberen Stockwerk werden lediglich drei künstlerische Positionen (Jonas Staal, Guy Ben-Ner und Artur Żmijewski) gezeigt, die das Thema des ‹anderen Körpers› aus einer aktuellen Situation heraus reflektieren. Diese Arbeiten sind alle im Verlauf des letzten Jahres entstanden und thematisieren den sich in Migration befindenden Körper, laut Mark Terkessidis eine «Art ungeliebtes ‹Schattenego› der Westler: global orientiert, mobil, flexibel, opferbereit». Kein anderer Statistenkörper hat unsere gesellschaftspolitischen Diskussionen in den letzten Jahren stärker geprägt. Die Rolle des Statistenkörpers kann dabei im Spiegel sozioökonomischer Veränderungen gelesen werden und ist Bestandteil des Diskursfeldes rund um Biopolitik, Globalisierung und Neoliberalismus.

mmg

Kontakt:

http://www.migrosmuseum.ch/de/ausstellungen/ausstellungsshydetails/?tx_museumplus%5Bexhib%5D=649&cHash=5de173cf74525dc5b7d532c7ad38b928

 

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