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"FRIEDRICH DÜRRENMATT – PHANTASIE DER WISSENSCHAFTEN"

"FRIEDRICH DÜRRENMATT – PHANTASIE DER WISSENSCHAFTEN"

16.04.2017 Ausstellung im Centre Dürrenmatt Neuchâtel, bis am 10. September 2017


Bild: Friedrich Dürrenmatt, Zorniger Schweizer Atombombe werfend, http://www.bundesmuseen.ch/cdn/00125/00139/00143/index.html?lang=de

Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) ist einer der ganz wenigen Schriftsteller und Künstler des 20. Jahrhunderts, der sich zeitlebens leidenschaftlich für die Wissenschaften interessiert hat. In seinen literarischen Texten und in seinen Bildern hat er sich mit einem breiten Spektrum von Themen beschäftigt, mit der Astronomie, der Raumfahrt, der Quantenphysik, den Evolutionstheorien, der Biotechnologie, der Medizin und der künstlichen Intelligenz.

Die Ausstellung zeigt, wie ihn seine Kenntnisse der wissenschaftlichen Entdeckungen seiner Zeit zu seinen literarischen und bildnerischen Werken inspiriert haben. Sie eröffnet zugleich vielfältige historische Bezüge zum politischen Zeitgeschehen und zur Entwicklung der Wissenschaften und der Technik im 20. Jahrhundert.

Science-Fiction und Astronomie: Leidenschaften seit der Kindheit

Friedrich Dürrenmatt interessierte sich seit seiner frühen Kindheit leidenschaftlich für die Astronomie. Davon zeugen insbesondere seine Schulhefte, in denen er akribisch genau die unterschiedlichen Sternkonstellationen zeichnete. In seinen Bildern verbindet sich der Anblick von Himmelskörpern, wie er ihn von seinen Beobachtungen mit dem Teleskop oder von Astro-Fotografien kannte, mit biblischen oder mythologischen Motiven.

Friedrich Dürrenmatt hat sich seit seiner Kindheit von der Science-Fiction-Literatur inspirieren lassen. Vor allem die phantastischen Abenteuerromane von Jules Verne haben ihn fasziniert. In seinem Hörspiel "Das Unternehmen der Wega" (1955), das im Jahr 2255 unmittelbar vor dem Ausbruch des Dritten Weltkrieges spielt, hat er sich ebenfalls des Genres der Science-Fiction bedient.

Die Atombombe und die moralische Verantwortung der Wissenschaftler

Nach der Entdeckung der Kernspaltung und dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki 1945 hat ihn die apokalyptische Angst einer alleszerstörenden Katastrophe zu einer Vielzahl literarischer Fiktionen angeregt. In seinem Stück "Die Physiker" (1962) thematisiert er die Verantwortung der Physiker beim Bau der Atombombe. Das Stück wurde schnell ein internationaler Erfolg, da darin die brennenden Fragen seiner Zeit aufgegriffen wurden. Als die Schweiz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine eigene Atombombe bauen wollte, drückte Dürrenmatt seine Skepsis in seinen Karikaturen aus.

Moderne Technologien: Herausforderungen, Risiken und menschliche Grenzen

Friedrich Dürrenmatt hat sich in seinem literarischen Werk wiederholt auch mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz auseinandergesetzt. Im Gedicht "Elektronische Hirne" (1958) warnt er davor, dass die immer grössere Abhängigkeit von der Technik schliesslich zur Selbstversklavung des Menschen führen wird.

Ein Besuch im CERN in Genf regte Friedrich Dürrenmatt 1974 zu einer Erzählung an, in der er nicht nur die technischen Grundlagen der Forschung, sondern auch die politische und ökonomische Abhängigkeit der Naturwissenschaften reflektierte. Er war sehr an der Quantenphysik interessiert und hielt 1979 an der ETH Zürich einen Vortrag über Albert Einstein, in welchem er sein deterministisches Weltbild kritisierte. In der Auseinandersetzung mit dem berühmten Physiker setzte er sich mit der Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Denkens auseinander.

Eine Ausstellung zwischen Kunst und Wissenschaft

Reichhaltig dokumentiert präsentiert die Ausstellung Werke, Fotografien, Objekte - insbesondere das Originalteleskop von Dürrenmatt, das sich in einer Privatsammlung befindet, sowie sein eindrücklicher Globus, der die Faszination des Schriftstellers und Malers für die verschiedenen Wissenschaften aufzeigt.

cdn

Kontakt:

http://www.bundesmuseen.ch/cdn/00120/00133/02025/02082/index.html?lang=de

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