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"GLADIATOR. DIE WAHRE GESCHICHTE"

"GLADIATOR. DIE WAHRE GESCHICHTE"

22.09.2019 Ausstellung Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, bis am 22. März 2020


Bild: Detail des Gladiatorenmosaiks von Augusta Raurica, um 200 n. Chr. - © Augusta Raurica, H. Grauwiler

Anders als die gängigen Klischees glauben machen, waren die Gladiatoren nicht nur Sklaven, die in der Arena blutig ihr Leben liessen, sondern Teil der römischen Identifikation. In der Sonderausstellung "Gladiator. Die wahre Geschichte" zeigen Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig in Kooperation mit dem Museo Archeologico Nazionale, Napoli, und der Römerstadt Augusta Raurica, Augst, herausragende Leihgaben, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und spannende Fakten rund um die tapferen Männer, die sich durch harte Arbeit einen Platz in der Gesellschaft Roms erkämpfen konnten.

Die Verantwortlichen schreiben: "In einer grossen Sonderausstellung präsentieren wir das Phänomen der Gladiatorenkämpfe aus einer neuen und umfassenden Perspektive und beleuchten dessen rituelle, ethische, soziale und politische Aspekte."

Die Ausstellung beginnt in Griechenland. Dort gehörten Einzelkämpfe zu Ehren von aristokratischen Verstorbenen zum Bestattungsritual. Auch in der römischen Welt waren die Gladiatorenkämpfe zunächst Bestandteil der Totenfeiern, entwickelten sich jedoch später mit der Errichtung der Amphitheater zu regelrechten Spektakeln, durch die der Veranstalter die Gunst des Volkes für sich gewinnen wollte.

Gladiatoren waren Kriegsgefangene, Sklaven, verurteilte Verbrecher, aber auch freie Männer aus den unteren sozialen Schichten. Sie waren gut umsorgte und hoch spezialisierte Kämpfer, die in der Arena wichtige römische Tugenden verkörperten, wie sie uns durch die literarischen Werke Ciceros und Senecas überliefert sind.

Mut, Tapferkeit und Todesverachtung veranschaulichten vor dem versammelten Volk die römische virtus, auf der die Römer ihre Macht aufgebaut hatten. Die Kämpfe hatten demnach eine Vorbildfunktion: Sie waren in erster Linie politische und moralische Botschaften und symbolische Abgrenzung von den Kräften des Bösen und den barbarischen Völkern.

Die Gladiatoren waren in Kampfpaarungen eingeteilt, die so aufeinander abgestimmt waren, dass beide Kämpfer gleiche Siegeschancen hatten. Das Duell unterlag klaren Regeln und wurde von Schiedsrichtern geleitet.

In der Ausstellung werden Kampfpaarungen und Waffengattungen mit herausragenden Originalen aus Italien anschaulich dargestellt.

Ein Gladiator aus der heutigen Schweiz?

Wer waren jedoch die Menschen hinter den Helmen? Woher stammten sie? Wie sahen ihr Leben und ihr Alltag aus? Ergebnisse der forensischen Untersuchungen von Skeletten aus dem Gladiatorenfriedhof von York, Grossbritannien, sowie antike Quellen geben spannende Hinweise. So zeigte beispielsweise die Isotopen-Analyse eines Skeletts, dass der Verstorbene aus einer hochgelegenen Gegend mit Kalksteinfelsen stammte. Vergleiche mit anderen Fundkontexten lassen eine Herkunft aus dem schweizerischen Alpenvorland vermuten.

Das Gladiatorenmosaik aus Augst

Augusta Raurica, rund 10 km von Basel entfernt, war das Zentrum der heutigen Regio Basiliensis. Zur Blütezeit lebten hier 10'-15'000 Menschen. Zur gut ausgebauten Infrastruktur gehörte auch ein Amphitheater, wo die beliebten Gladiatorenspiele stattfanden.

Die Verehrung der Gladiatoren zeigt sich in einem prächtigen Mosaik, das 1961 in einer herrschaftlichen Villa in Augusta Raurica entdeckt wurde. Der Mosaikboden misst 6.55 x 9.80 Meter und zeigt auf fünf Feldern detailgetreu Gladiatoren im Zweikampf.

In der Ausstellung wird das kürzlich umfassend renovierte Mosaik zum ersten Mal seit seiner Freilegung fast vollständig ausgelegt der Öffentlichkeit präsentiert.

Starke internationale und regionale Partnerschaften

Realisiert wurde die Ausstellung in Kooperation mit zwei Hauptpartnern, mit dem Ziel bedeutende Funde und Meisterwerke aus dem römischen Italien und aus der Provinz in der heutigen Schweiz zu verbinden: Das antike Machtzentrum und seine Peripherien wieder vereint im ehemals römischen Basel.

Mit der Zusammenarbeit mit dem Museo Archeologico Nazionale di Napoli erneuerte das Antikenmuseum seine Key-Partnerschaft mit Italien. Das Museum mit der wohl wichtigsten römischen Sammlung weltweit gehört zu den erfolgreichsten und innovativsten Museen der Welt.

Besonders bedeutende Leihgaben sind ein eindrucksvolles Relief mit Gladiatorenkämpfen, das ein Grab in Pompeji zierte, sowie die weltbekannte Wandmalerei, die Krawalle zwischen Zuschauern anlässlich der Spiele in Pompeji im Jahr 59 n. Chr. darstellt.

Zudem werden die sensationellen Gladiatorenwaffen aus Pompeji, die in Neapel aufbewahrt sind, zum ersten Mal ausserhalb Italiens in ihrer Gesamtheit ausgestellt. Die prächtigen Verzierungen der Amphitheater sind u.a. durch eine der berühmtesten Skulpturen aus römischer Zeit, die Aphrodite aus dem Amphitheater von Capua, vertreten.

Mit Augusta Raurica konnte ein regionaler archäologischer Partner gewonnen werden, der durch Ausgrabungen und Forschungsarbeit fortlaufend Kulturgut aus einer der bedeutendsten römischen Fundstätten der Schweiz erschliesst.

Leihgaben aus den wichtigsten Museen und Fundorten in Italien und der Schweiz

Neben Exponaten aus Neapel und Augusta Raurica sind in der Ausstellung auch Funde aus Pompeji und Paestum zu sehen. Weitere bedeutende Leihgaben stammen aus Santa Maria Capua Vetere, wo sich das zweitgrösste Amphitheater der Welt befindet und Spartacus seinen Sklavenaufstand begann. Ausserdem werden in Basel herausragende Werke aus dem Kolosseum, dem Museo Nazionale Romano, den Kapitolinischen Museen und der Fondazione Sorgente Group in Rom, dem Schweizerischen Nationalmuseum Zürich und dem York Archaeological Trust gezeigt. Die römischen Fundorte der Schweiz sind durch bedeutende Exponate aus Augusta Raurica, Aventicum, Vindonissa und dem Historischen Museum Basel vertreten.

Aufwändiges Projekt und anspruchsvolle Finanzierung durch Stiftungen und private Zuwendungen

Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig schreiben: "Wir sind stolz, dass die rund zwei Millionen teure Sonderausstellung mit internationaler Ausstrahlung durch Private-Public-Partnership realisiert werden konnte. Wir erhielten grosszügige Zuwendungen von Privaten aus dem Kreis der Donatoren des Antikenmuseums sowie substanzielle Beiträge von Stiftungen und Sponsoren."

Das Projekt hat auch eine nachhaltige Wirkung: "Nach der Präsentation in Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig wird die Ausstellung in der vorliegenden Form ab April 2020 im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel gezeigt."

amb

Kontakt:

http://www.antikenmuseumbasel.ch/

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