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"KLEE – DIE ABSTRAKTE DIMENSION"

"KLEE – DIE ABSTRAKTE DIMENSION"

30.09.2017 Ausstellung in der Fondation Beyeler, Riehen/Basel, 1. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018


Bild: Paul Klee, Blühendes, 1934, 199, Öl auf Leinwand, 81,5 x 80 cm, Kunstmuseum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973; Foto: © Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, Philipp Hitz

Vom 1. Oktober bis 21. Januar 2018 präsentiert die Fondation Beyeler eine umfangreiche Ausstellung des Künstlers Paul Klee, eines der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Zum ersten Mal überhaupt wird im Rahmen dieser Ausstellung Klees Verhältnis zur Abstraktion, jener Errungenschaft der modernen Malerei, beleuchtet.

Wie viele seiner europäischen Künstlerkollegen stellte sich auch Paul Klee dieser Herausforderung. In seinem Oeuvre lassen sich vom Früh- bis Spätwerk Beispiele für die Abkehr vom Gegenständlichen hin zur Gestaltung abstrakter Bildwelten beobachten. Natur, Architektur, Musik und Schriftzeichen sind die zentralen, wiederkehrenden Themen.

Anhand von 110 Werken aus 12 Ländern rückt die Ausstellung diesen bislang unbeachtet gebliebenen Aspekt von Klees Schaffen in den Fokus.

Beginnend im Jahr 1912 zeigt die retrospektiv gestaltete Ausstellung verschiedene Werkgruppen in chronologischer Reihenfolge, anhand derer sich die entscheidenden Etappen von Klees Entwicklung nachverfolgen lassen: Die sich über sieben Säle erstreckende Schau beginnt mit Klees Anfängen als Maler in den 1910er-Jahren in München und der berühmten Tunis-Reise von 1914, thematisiert folgend die Zeit des Ersten Weltkrieges und des Bauhaus-Jahrzehnts von 1921 bis 1931 mit den bekannten Schachbrettbildern, Schichtaquarellen und Werken, die auf die Auseinandersetzung mit der Geometrischen Abstraktion in den 1930er-Jahren verweisen. Die Gemälde, die im Anschluss an Klees Reisen nach Italien und Ägypten in den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren entstanden, führen schliesslich zu den Zeichenbildern im Spätwerk des Malers sowie seinen Bildentwürfen für die Nachkriegskunst.

Für die gross angelegte Ausstellung konnte die Fondation Beyeler eine Vielzahl von wertvollen Leihgaben aus 35 international bedeutenden Museen und öffentlichen Sammlungen gewinnen, darunter das Metropolitan Museum und das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou in Paris, die Albertina in Wien, die Staatlichen Museen zu Berlin - Sammlung Berggruen, die Kunstsammlung Nordrhein-Westfahlen in Düsseldorf, die Sammlung Rosengart in Luzern, das Kunstmuseum Basel sowie das Zentrum Paul Klee in Bern. Zudem zeigt die Werkschau 52 Werke aus Privatsammlungen aus Europa und Übersee, die der Öffentlichkeit sonst nicht oder nur selten zugänglich sind. 13 Gemälde kommen aus dem Zentrum Paul Klee und 10 Werke stammen aus der eigenen Sammlung der Fondation Beyeler.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören die Werkgruppen der Schachbrettbilder, insbesondere Blühender Baum, 1925, 119 aus dem Nationalmuseum für moderne Kunst, Tokio, und Blühendes 1934, 199 aus dem Kunstmuseum Winterthur sowie die Schichtaquarelle. Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist das so genannte Lagenbild Feuer Abends, 1929, 95 aus dem Museum of Modern Art, New York. Weitere prominente Werke sind die pointilistischen Gemälde Klärung, 1932, 66 aus dem Metropolitan Museum New York, sowie das bisher nur selten gezeigte Werk Vor Anker, 1932, 22.

Mit 20 Werken zählt Paul Klee zusammen mit Pablo Picasso zu den Künstlern, die in der Sammlung Beyeler am meisten vertreten sind. Für Ernst Beyeler gehörte Klee zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Eine der ersten Ausstellungen in der Galerie Beyeler an der Bäumleingasse war 1952 Paul Klee gewidmet; weitere Schauen, die verschiedene Aspekte in Klees Schaffen beleuchteten, folgten. Ernst Beyeler hat mit rund 500 Werken des Künstlers gehandelt. Seine Sammlungspassion galt hauptsächlich dem Spätwerk Klees, das er "wegen der farblichen Qualität und der Ausdrucksstärke" besonders schätzte. Im Laufe der Jahre ist es ihm gelungen, eine hochkarätige Sammlung zusammenzutragen, zu deren Schlüsselwerken Gemälde wie Aufgehender Stern, 1931, 230 sowie Zeichen in Gelb, 1937, 210 zählen; beide Werke sind in der Ausstellung zu sehen.

Anna Szech, die Kuratorin der Ausstellung, erläutert: "Es war überraschend und sehr spannend, im gut erforschten Schaffen von Klee einen neuen Aspekt zu entdecken. Indem wir diesen bislang weitgehend unbeachtet gebliebenen Beitrag Klees zur Abstraktion in den Fokus rücken, zeigen wir, dass ihm ein ehrenvoller und durchaus prominenter Platz auch in der Geschichte der abstrakten Malerei des 20. Jahrhunderts gebührt".

Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler, ergänzt: "Paul Klee ist mit Picasso der Künstler, der am meisten in der Sammlung Beyeler vertreten ist. Es freut mich besonders, dass wir diesem bedeutendem Künstler der Moderne zum zwanzigsten Geburtstagsjahr der Fondation Beyeler eine umfassende Ausstellung widmen, wie es sie noch nie gab."

Dem Katalog zur Ausstellung, der im Hatje Cantz Verlag erscheint gebührt dieses Mal eine besondere Erwähnung. Neben den Kunsthistorikerinnen und Klee-Kennerinnen Fabienne Eggelhöfer und Regina Prange konnten als Autoren Persönlichkeiten gewonnen werden, deren Namen zwar in der Klee-Forschung nicht vertreten sind, die aber in ihren jeweiligen Berufsfeldern Meister ihres Faches sind und die sich bereit erklärt haben, das Werk Klees unter eigenen Gesichtspunkten zu untersuchen. So führt der griechisch-russische Dirigent Teodor Curentzis seine Gedanken zum Thema Musik aus, die US-Amerikanische Künstlerin Jenny Holzer befasst sich mit den Zeichen in Klees Gemälden, und der Schweizer Architekt Peter Zumthor widmet sich den architektonischen Elementen, die sich in Klees Werken offenbaren.

fb

Kontakt:

https://www.fondationbeyeler.ch/

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