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"KOENRAAD DEDOBBELEER. PLASTIK"

"KOENRAAD DEDOBBELEER. PLASTIK"

27.01.2019 Ausstellung im Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus, bis am 22. April 2019


Das Kunst Museum Winterthur präsentiert die erste grosse Werkschau von Koenraad Dedobbeleer in der Schweiz. Der Künstler zeigt Skulpturen voller Referenzen an die Kunst- und Designgeschichte. Dabei untersucht er die Herkunft und Bedeutung alltäglicher Materialien, zerlegt sie, um sie neu zusammenzufügen, und er liefert damit Denkanstösse für unseren Umgang mit der Welt der Dinge.

"Dedobbeleer ist ein Forscher - bei seinen Erkundungen folgt er seinem eigenen, eher gewundenen Weg aus Neugier und Affinität - und ein Intellektueller mit einer bemerkenswert umfassenden Kenntnis der unterschiedlichsten kulturellen Bezüge und Einflüsse", so charakterisiert die Kuratorin Zoë Gray das Schaffen des 1975 im belgischen Halle geborenen Künstlers Koenraad Dedobbeleer.

Dedobbeleers Schaffen war bislang in zahlreichen Einzelausstellungen zu sehen, u.a. 2007 im Museum Abteiberg, Mönchengladbach, 2008 im FRAC Bourgogne und in der Kunsthalle Bern (mit Rita McBride) und 2014 in der Kunsthal Extra City in Antwerpen. 2016 wurde er zur Liverpool Biennale eingeladen, daneben war sein Werk in Gruppenausstellungen zu sehen, u.a. in der Reina Sofia, Madrid (2016) und im Centre Georges Pompidou, Paris (2017). 2009 wurde ihm der renommierte Mies van der Rohe-Preis verliehen, verbunden mit einer Einzelausstellung im Museum Haus Esters, Krefeld. Zusammen mit Kris Krimpe zeichnet er als Herausgeber des Magazins "UP".

Die Ausstellung Plastik im Kunst Museum Winterthur entstand in Kooperation mit WIELS - Centre d'Art Contemporain in Brüssel und dem Kunstverein Hannover. Kunststoff lautete der Titel der umfangreiche Werkschau im WIELS. Die Ausstellung umfasste über 40 Werke - raumgreifende Installationen, Skulpturen, Projektionen und Photoarbeiten - und wird für die zweite Station um bedeutende frühere Werke ergänzt, bevor sie unter dem Titel Sache in Hannover zu sehen sein wird. Die Ausstellungstitel offenbaren das Interesse des Künstlers für Sprache und ihre Bedeutung, was sich in irritierenden Werktiteln niederschlägt: When Things Should Work But Don't oder To Play Is to Teach Ideas.

Dedobbeleer betrachte seine Arbeiten nicht als Narrative, sondern vielmehr als Behältnisse von Geschichten, so Zoë Gray. Die "dysfunktionalen" Objekte des Künstlers wirken vertraut, scheinen gleichzeitig jedoch stets etwas anderes sein zu wollen. Sie sind gespickt mit subtilen Andeutungen und kunsthistorischen Referenzen. Mit oft nur minimalen Eingriffen verändert der Bildhauer die Struktur alltäglicher Gegenstände, ihre Dimension, Materialität oder Farbigkeit, und löst sie so aus ihrem ursprünglichen funktionalen Zusammenhang, um sie im Kontext der Kunst auf ihre visuellen und kulturellen Qualitäten hin zu überprüfen.

Dedobbeleer arbeitet mit musealen Präsentationsformen und -dispositiven und verrät damit eine Nähe zur sogenannten "institutional critique", die er indes zugleich mit charmanter Leichtigkeit unterläuft.

Mittels Appropriationen und Dekonstruktion lässt Dedobbeleer in und zwischen seinen Werken Bezüge anklingen, die sich als eigentliche Wahrnehmungsfallen herausstellen. Vor allem aber sind seine eigenwilligen Transformationen des Alltäglichen lustvoll anzuschauen - sie bilden ein irritierendes Netzwerk aus, in dem stets alles mit allem in Beziehung treten kann.

Die Ausstellung im Kunst Museum Winterthur ist Dedoebbeleers erste umfassende Werkschau. Dazu erscheint im Verlag Koenig Books, London seine erste Werkmonographie: Kunststoff - sprachlich überraschend nüchtern und abgründig zugleich wie Dedobbeleers künstlerisches Werk.

Das gesamte Rahmenprogramm findet sich unter www.kmw.ch/Vermittlung

kmw

Kontakt:

https://www.kmw.ch/

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