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"LE MONDE DE TARDI"

"LE MONDE DE TARDI"

07.11.2018 Ausstellung im Cartoonmuseum Basel, vom 10. November 2018 bis am 24. März 2019


Bild: © Tardi, 2018

Das Cartoonmuseum Basel zeigt mit dem 1946 in Valence (FR) geborenen Jacques Tardi einen der weltweit einflussreichsten Comiczeichner in einer Retrospektive. Tardi hat die eigensinnige Abenteuerin Adele Blanc-Sec erschaffen, Léo Malets Kriminalromane um den Privatdetektiv Nestor Burma in Comics übersetzt und in mehreren grossartigen Alben an das Wüten der beiden Weltkriege erinnert. Die breit angelegte Ausstellung präsentiert über 200 Originalzeichnungen und zeigt auch weniger bekannte Arbeiten wie Tardis politische Zeichnungen und Plakate. Ein Highlight sind mehrere unveröffentlichte Originalseiten aus dem in Kürze erscheinenden dritten Band der aktuellen Serie über Tardis Vater im Zweiten Weltkrieg.

Tardi

Der französische Comiczeichner Tardi gilt als Klassiker des zeitgenössischen Comics. Er hat eine ganze Generation von Comiczeichnern und Leserinnen geprägt.
 Den künstlerischen Durchbruch schaffte Tardi mit seiner in den 1970er-Jahren erschienenen zehnbändigen Comicreihe "Adeles ungewöhnliche Abenteuer", die in einer mit surrealen Elementen aufgeladenen Belle Époque spielt. Ein grosser Erfolg wurden auch seine kongenialen Adaptionen der Kriminalromane von Léo Malet um den pfeifenrauchenden Privatdetektiv Nestor Burma, die in je einem anderen, liebevoll und aufwändig gezeichneten Quartier im Paris der 1950er-Jahre angesiedelt sind.

Elender Krieg

Die Schlüsselwerke Tardis sind semidokumentarisch und beschreiben die Leiden der als Kanonenfutter sinnlos und gewissenlos geopferten, einfachen Soldaten beider Weltkriege. Die Alben "Grabenkrieg", "Soldat Varlot", "Elender Krieg" und "Der letzte Ansturm" gehören zu den eindringlichsten und verstörendsten Comics, die je zum Krieg gezeichnet wurden. Sie haben eine enorme internationale Resonanz erfahren und ein Millionenpublikum gefunden. In "Grabenkrieg" und "Elender Krieg" verarbeitete Tardi reale Kriegserlebnisse seines traumatisierten Grossvaters und zahlreiche andere Erlebnisberichte zu einer Collage der Gräuel des Ersten Weltkriegs.

Eine aktuelle Serie von Alben zum Zweiten Weltkrieg startete 2012 mit "Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im Stalag IIB". Sie widmet sich den Erlebnissen seines Vaters in der Kriegsgefangenschaft im heutigen Polen. Tardi, der enorme Rechercheanstrengungen unternimmt, um seinen Büchern ein möglichst hohes Mass an Authentizität zu verleihen, suchte für dieses Buch alle Orte auf, die der Vater in seinem Tagebuch beschrieben hatte.

Der Künstler arbeitet auch mit grosser Akribie und Detailliebe an weiteren historischen Themen wie dem Scheitern der Pariser Kommune von 1871, der er in einer vierbändigen Comicadaption von "Le Cri du peuple" von Jean Vautrin ein Denkmal setzt.

Tardis unermüdliche Auseinandersetzung mit dem aktuellen politischen und gesellschaftlichen Leben und seine klare politische Position als Kriegsgegner und Linker zeigen sich auch in ätzenden politischen Illustrationen, Karikaturen und Cartoons, die er in unterschiedlichen Satirezeitungen und Magazinen veröffentlicht.

Meister der Kontur

Jacques Tardi hat ein ganz persönliches Vokabular der Zeichnung entwickelt, das ihn unverwechselbar macht. Er ist ein Meister der kontrastreichen Schwarz-Weiss-Zeichnung mit harten Schatten, oft ohne Graustufen. Seine kräftige, überaus sichere und klare Linie stilisiert vor allem Menschen, bleibt aber, insbesondere in den Hintergründen, hochgradig realistisch. Sie kommt immer aus der Hand und hat eine unangestrengte, lockere Rundheit, die zu seinem Markenzeichen geworden ist.

Seit 50 Jahren ist Tardi unermüdlich an der Arbeit, und sein Werk ist auf inzwischen mehr als 50 Bücher angewachsen. Der weltweit anerkannte Künstler, Autor und Zeichner erhielt 1985 für seine Arbeit den Grand Prix der Stadt Angoulême. Im Jahr 2016 wurde er in die Hall of Fame von Will Eisner (Eisner Award) aufgenommen. Er hat jede erdenkliche Auszeichnung im Comicbereich gewonnen, lehnte jedoch die Aufnahme in die französische Ehrenlegion "mit grösster Entschlossenheit" ab.

Die Ausstellung im Cartoonmuseum Basel präsentiert mehrere Höhepunkte, darunter grossformatige Originalplakate, unveröffentlichte Originalseiten aus dem im Herbst 2018 erscheinenden dritten Band der "Stalag IIB"-Serie sowie eine zeichnerisch-musikalische Darbietung von Soldatenliedern aus dem Ersten Weltkrieg, die Tardi gemeinsam mit seiner Frau, der Musikerin und Sängerin Dominique Grange, und der Band Accordzéâm aufführen wird (in Zusammenarbeit mit dem internationalen Literaturfestival BuchBasel).

Kuratiert von Anette Gehrig, Basel, und Pierre-Marie Jamet, Paris

cmb

Kontakt:

http://cartoonmuseum.ch/

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tardi grange

Bild: Tardi, Dominique Grange, Chansons, 1968-2007, 2017 Tardi © Casterman

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