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"LÉON WUIDAR. EINE RETROSPEKTIVE"

"LÉON WUIDAR. EINE RETROSPEKTIVE"

18.11.2020 Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv Zürich, bis am 17. Januar 2021


Bild: Porträt Léon Wuidar - Foto: © White Cube, https://www.hauskonstruktiv.ch/deCH/presse/presse-download/leon-wuidar.htm

Quadrate und Rechtecke, Polygone mit gebogenen Kanten, Kreise und Kreissegmente, gespiegelt, vervielfacht und in verschiedenen Farbkontrasten einander gegenübergestellt, - das sind die zentralen Elemente in den Kompositionen, die Léon Wuidar seit den 1960er-Jahren entwickelt. Das Museum Haus Konstruktiv richtet dem belgischen Maler auf zwei Stockwerken eine umfassende Retrospektive aus; es ist seine erste Ausstellung in der Schweiz. Zu sehen sind ausgewählte Werke aus seinem Œuvre, das neben Gemälden auch Skizzenhefte, Kunst-am-Bau-Projekte und Buchcover-Illustrationen umfasst.

Léon Wuidar beginnt seine Karriere 1955 als Autodidakt. Nach der Erprobung verschiedener figurativer Stilrichtungen nähert er sich um 1964 zusehends der geometrischen Abstraktion. Dahinter steckt sein Interesse an der konstruktiv-konkreten Kunst sowie an Architektur, Raum, Volumen, Perspektive und Licht. Es ist insbesondere die brutalistische Architektur, die ihn fasziniert. Wichtige Impulse hierfür erhält er vom belgischen Architekten Charles Vandenhove, der u.a. das Universitätsspital C.H.U. Liège im Stil des Brutalismus entworfen und mit Wuidar in mehreren Kunst-am-Bau-Projekten zusammengearbeitet hat.

In Léon Wuidars frühen Gemälden aus den 1960er- und 1970er-Jahren dominieren stilisierte architektonische Elemente wie Säulen, Dächer oder Fenster. Ab den 1980er-Jahren wird sein Formenvokabular minimalistischer, wohingegen sich seine Farbpalette von natürlichen zu leuchtend bunten Farbtönen verschiebt. In neueren, gelegentlich auch in Pastellfarben gemalten Arbeiten lassen sich ferner Wortspiele finden, die Wuidars Affinität zur Sprache und Typografie zum Ausdruck bringen. 

Die Retrospektive im Museum Haus Konstruktiv zeichnet Léon Wuidars künstlerische Entwicklung nach und präsentiert sein bis anhin noch wenig bekanntes Œuvre erstmals dem Schweizer Publikum. Mit der Ausstellung wird zugleich der streng systematischen Kunst der Zürcher Konkreten eine freiere Interpretation konkreter Malerei gegenübergestellt. 

Zur Ausstellung ist ein Katalog in englischer Sprache erschienen, mit zahlreichen Abbildungen, einem eingehenden Textbeitrag von Sabine Schaschl und einem Interview, das Hans Ulrich Obrist mit Léon Wuidar geführt hat.

Kuratiert von Sabine Schaschl

hkz

Kontakt:

https://www.hauskonstruktiv.ch/deCH/ausstellungen/upcoming/leon-wuidarbreine-retrospektive.htm

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