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MARIA LASSNIG – PRÄGENDE KÜNSTLERIN DES 20. JAHRHUNDERTS IN ST.GALLEN UND BASEL

MARIA LASSNIG – PRÄGENDE KÜNSTLERIN DES 20. JAHRHUNDERTS IN ST.GALLEN UND BASEL

10.05.2018 Ausstellungen im Kunstmuseum St.Gallen und im Kunstmuseum Basel


Bild: Maria Lassnig, Ohne Titel (Selbstportrait), 1942, Aquarell, 48.5 x 31.9 cm, Creditline: Maria Lassnig Stiftung

"Maria Lassnig - Be-Ziehungen"

Kunstmuseum St.Gallen, bis am 23. September 2018

Maria Lassnig (1919-2014) gehört zweifellos zu den prägenden Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts; ihre körperbezogene Malerei nimmt eine für die Entwicklung der Gegenwartskunst zentrale Stellung ein. Mit ihren sogenannten Körpergefühls­bildern war sie ab den späten 1940er-Jahren eine der ersten, welche körperliche Erfahrungen mittels künstlerischer Medien zum Ausdruck brachte und insbesondere den Einfluss des weiblichen Körpers auf Lebensentwurf und Biografie einer Künstlerin offen thematisierte. Zunächst nannte sie ihre auf Körpererfahrung basierenden Arbeiten «Introspektive Erlebnisse».

In enger Zusammenarbeit mit Johanna Ortner von der Maria Lassnig Stiftung in Wien und deren Vorstand Peter Pakesch wurde für St.Gallen eine Ausstellung zusammengestellt, die einen konzentrierten Einblick in die Entwicklung  des Schaffens von Maria Lassnig gibt.

Der Titel nimmt Bezug auf eine Serie von grossformatigen Gemälden der Künstlerin, die ab 1992 entstanden und verweist gleichzeitig auf die formalen und inhaltlichen Verbindungen, die das Gesamtwerk bei aller Verschiedenheit der Mittel durchziehen.

Die Ausstellung geht erstmals solchen Spuren nach, die das weltbekannte späte Schaffen unter neuen Aspekten sehen lassen. Fantastische Frühwerke in der Tradition der Klassischen Moderne und Bilder, die bis 1960 grossteils in Wien entstanden und die man dem Informel und Tachismus zuordnen würde, formen Grundstrukturen fragiler Wechselbeziehungen, auf die Maria Lassnig immer wieder Bezug nimmt.

Es sind empfindliche Balancen, gerade in den ab 1960 in Paris entstandenen «Strichbildern», tiefgreifende Empfindungen und die Visualisierung der eigenen Körperwahrnehmung, welche ihr Werk so unglaublich verdichten. Humorvoll und ernst, analytisch und poetisch zugleich bannt sie in einem Netz von Assoziationen ihre Lebenswelt in Bilder.

Parallel zeigt das Kunstmuseum Basel das umfassende zeichnerische Schaffen Maria Lassnigs in der von Anita Haldemann und Antonia Hoerschelmann kuratierten Ausstellung Zwiegespräche (12. Mai - 26. August 2018), die in Zusammenarbeit mit der Albertina in Wien entstand.

Kuratiert von Roland Wäspe

kmsg

Kontakt:

http://www.kunstmuseumsg.ch/unser-programm/aktuelle-ausstellungen/maria-lassnig.html

"Maria Lassnig - Zwiegespräche"

Kunstmuseum Basel, Neubau, vom 12. Mai bis am 26. August 2018

Es sind tiefgreifende Empfindungen, die im Zentrum des Schaffens von Maria Lassnig (1919-2014) stehen. Das Sichtbarmachen von körperlichen Emotionen und das Nachspüren der Körperwahrnehmung bilden den Mittelpunkt ihrer Body-Awareness-Arbeiten. Humorvoll und ernst, sehnsuchtsvoll und gnadenlos bannte die österreichische Künstlerin ihre Selbstempfindung auf das Papier. Nicht was sie sah, sondern wie sie sich spürte, wurde zum Bild.

Parallel zu ihrer introspektiven Körperwahrnehmung blieb Lassnig im Aussen verankert. Ihre Porträts basieren auf gründlichem Studium der Realität. Dennoch gehen die sensiblen Beobachtungen von Tieren und Menschen weit über die Wiedergabe des rein Sichtbaren hinaus und enthalten das Wesentliche der jeweiligen Charaktere und spüren dem Einzigartigen im Gegenüber nach.

Diese Zwiesprache mit innen und aussen, mit Gefühlswelten und Realitäten, entwickelte Lassnig besonders anschaulich auf dem Papier. Die Zeichnung wird als intimes Medium zum Experimentierfeld spontan gesetzter Linien und Farbfelder. Sie eröffnet neue Perspektiven und erschliesst sich neue Themen. Trotz aller Intimität des Zeichnerischen tendiert die Künstlerin dazu, Werke auf Papier in monumentalen und bildgleichen Kompositionen anzulegen. Längst ist die Idee der Skizze und des ersten Entwurfs bei Lassnig gesprengt und in eine autonome künstlerische Aussage auf Papier verwandelt. Schliesslich geht auch ihre Malerei in der Intensität der Zeichnung, der Energie der einzelnen Linie wie auch der Strahlkraft der Aquarelle sicht- und spürbar weiter.

Maria Lassnig zählt mit Louise Bourgeois, Joan Mitchell und Agnes Martin zu den wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Bereits früh machte sie ihren eigenen Körper zum Mittelpunkt ihrer Kunst, lange bevor Körperbewusstsein und das Verhältnis von Mann und Frau zentrale Themen der internationalen Avantgarde wurden.

Vier Jahre nach ihrem Tod würdigt das Kunstmuseum Basel die Künstlerin mit einer Retrospektive der Werke auf Papier und führt rund 80 der eindrücklichsten Zeichnungen und Aquarelle von Maria Lassnig zusammen. Bislang völlig unbekannte Blätter erweisen sich in der Schau als Schlüsselwerke. Gemeinsam mit Vertrautem werfen sie neues Licht auf ihr Konzept der Body-Awareness und erschliessen neue Einblicke in das vielseitige und wegweisende Werk der Österreicherin.

Eine Ausstellung des Kunstmuseums Basel in Kooperation mit der Albertina in Wien.
Parallel zeigt das Kunstmuseum St. Gallen eine Ausstellung, die einen konzentrierten Einblick in die Entwicklung des malerischen Schaffens von Maria Lassnig mit Beispielen aus allen Entwicklungsphasen umfasst.

Kuratiert von Anita Haldemann

kmb

Kontakt:

https://kunstmuseumbasel.ch/de/ausstellungen/2018/lassnig

 

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