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"MICHEL GRILLET: ACROSS THE UNIVERSE"

"MICHEL GRILLET: ACROSS THE UNIVERSE"

29.08.2020 Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn, Graphisches Kabinett, bis am 1. November 2020


Bild oben: © Michel Grillet, Montagnes-Ciel, 2013, Aquarell und Gouache, 10,5 x 29,8 cm. (Bild zur Vergrösserung anklicken)

Das Kunstmuseum Solothurn widmet dem Genfer Künstler Michel Grillet (*1956) die erste retrospektive Ausstellung mit Werken aus über vierzig Schaffensjahren. Die Übersicht zeigt, mit welcher Konsequenz sich der Künstler seit Anbeginn denselben Motiven widmet. Mit seinen Pastilles, miniaturhaften Ansichten des nächtlichen Kosmos, die er auf Farbtöpfchen aus dem Aquarellkasten setzt, hat er breite Bekanntheit gefunden.

Grillets Schaffen wurde früh in seiner Bedeutung erkannt und ausgezeichnet, etwa 1992 mit dem Eidgenössichen Preis für freie Kunst. Regelmässig wurden seine Werke in Galerien gezeigt, vorerst von Anton Meier (Genf) und Silvia Steiner (Biel), später von Irene Preiswerk (semina rerum, Zürich) und Monica de Cardenas (Zuoz). 2005 und 2010 waren ihm zudem Einzelpräsentationen im Mamco in Genf gewidmet. Wichtige öffentliche Sammlungen der Schweiz besitzen Arbeiten von Michel Grillet, etwa das Aargauer Kunsthaus Aarau, das Bündner Kunstmuseum Chur, das Musée d'Art et d'Histoire Genf sowie das Kunstmuseum Luzern.

Michel Grillet ist auch im Kunstmuseum Solothurn kein Unbekannter: 2008 war eine Aquarell-Serie als zeitgenössische Ergänzung zu unserer Retrospektive von Alexandre Perrier (1862-1936) zu sehen.

Das Graphische Kabinett mit seinen intimen Räumen bietet für Grillets kleinformatige Aquarelle und Malereien einen idealen Rahmen. Gleichwohl muten viele seiner Landschaften und selbst die wenige Zentimeter messenden kosmischen Motive monumental an. Daran wird in eindrucksvoller Weise spürbar, dass die Wirkung des Sublimen und Erhabenen nicht von der Grösse der Darstellung, sondern von ihrer Ausführung abhängt. Diese zeigt sich bei Grillet in einer virtuosen Beherrschung der technischen Mittel, die zu einer intensiven Betrachtung motiviert.

Neben dem Staunen über die malerisch erzeugte Illusion erfolgt die schnelle Bindung auch über die vertraute Motivwelt. Neben ihrer direkten zauberhaften Wirkung bieten die Werke aber auch einen klugen Diskurs über das Wesen des Bildes an sich. Wenn Grillet für seine Miniaturen Farb-Tabletten aus dem Künstlerbedarf verwendet und damit das Malmittel zum Malträger macht, thematisiert er die Malerei selbst.

In der Werkgruppe Bouddha Mémoire de Paysage rückt er eine einzelne Pastille objekthaft vor eine Buddha-Figur. In seinem rechteckig gerahmten Querformat erinnert das Farbtöpfchen an einen Monitor und an die Flut elektronischer Bilder, die sich von Grillets minutiös und langsam erschaffenen Originalen diametral unterscheiden.

Die Ausstellung umfasst rund 80 Exponate, die vom Künstler in einer sorgfältig konzipierten Präsentation auf die drei Säle und den Gang verteilt wurden. Dieser nimmt als zentraler Übergangsraum die teils noch während seiner Ausbildungszeit an der École Superieure d'Art Visuel in Genf (bei Chérif und Silvie Defraoui) geschaffenen Frühwerke der 1970er-Jahre auf, aus denen sich die folgenden Werkgruppen konsequent entwickelt haben.

Der Künstler spricht vom Glück, Leitmotiv und Thema seines Schaffens bereits als Student gefunden zu haben. Ausgangspunkt sind Kindheitserinnerungen an Ferien in den Bergen. Zum Erlebnis wird ihm neben der alpinen Landschaft der nächtliche Sternenhimmel, der sich im lichtarmen Gebirge in seiner ganzen Pracht und Tiefe offenbaren kann.

Hat Michel Grillet das Gesehene nur ganz am Anfang noch direkt vor Ort gemalt, entstehen alle weiteren Werke aus dem Gedächtnis. Dieser Prozess gleicht als mentale Verdichtung der Malerei selbst: Die Erinnerung als inneres Bild.

Zur Ausstellung ist im Verlag für moderne Kunst, Wien, ein reich bebildertes Heft mit einem Aufsatz von Christoph Vögele erschienen (56 Seiten, D/F, SFR 28.-).

Christoph Vögele

Kontakt:

https://www.kunstmuseum-so.ch/

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michel grillet

Bild: © Michel Grillet, Mémoire de Paysage, 2013, Postkarte und Aufnäher auf Papier, 40 x 30 cm.

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