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"MIRIAM STURZENEGGER – PALINDROME FOR MANAGED CONDITIONS"

"MIRIAM STURZENEGGER – PALINDROME FOR MANAGED CONDITIONS"

16.12.2019 Kabinettausstellung im Kunstmuseum Luzern, bis am 9. Februar 2020


Bild: Miriam Sturzenegger, Recherchematerialien für "Palindrome for Managed Conditions", 2019, Courtesy of the artist

Die Kunstgesellschaft Luzern zeichnete 2018 Miriam Sturzenegger (*1983) mit dem Preis der Kunstgesellschaft Luzern aus, welcher eine Kabinettausstellung im Jahr 2019 bedeutet.

Ausgehend von der Architektur des KKL und der städtebaulichen Geschichte entwickelt die Künstlerin die dichte und gleichzeitig stark reduzierte Rauminstallation "Palindrome for Managed Conditions".

Zu den Bedingungen des Museumsbaus gehört der Baugrund, der im 19. Jahrhundert aus Sumpfgelände gewonnen wurde und dementsprechend wenig stabil ist, aber auch die Art und Weise, wie die Ausstellungsräume des Kunstmuseums Luzern beleuchtet werden. Die Uferlinie und der Baugrund des Kunstmuseums wurde, wie viele Teile des Ufers des Luzerner Seebeckens im Verlauf der letzten zweihundert Jahre durch den Menschen verändert. Für den Bau des ersten Bahnhofs wurde Land aufgeschüttet und das Reusswehr hob den Seespiegel an.

"Palindrome for Managed Conditions" besteht aus zwei Doppel-Dreiviertelsäulen die den Blick vom Museumsraum hinaus in den Himmel leiten. Als klassisches architektonisches Element dient die Dreiviertelsäule der Gliederung von Fassaden sowie der Ummantelung von tragenden Pfeilern.

Im KKL kommt dem Pfeiler eine wesentliche, wenngleich verborgene Funktion zu. Das Haus schwebt scheinbar ohne stützende Aussenwände neben dem See. Sturzeneggers präzise platzierten Säulen verweigern sich einer tragenden Funktion und betonen die Vertikale als Schnitt und Achse. Die Künstlerin greift dabei nicht nur den White Cube als dominierende Architektur auf, sondern verweist auch auf die unsichtbaren baulichen Elemente, die das Gebäude genauso ausmachen wie die sichtbaren Teile.

Indem Miriam Sturzenegger gedanklich den Ausstellungsraum im 4. Stock mit dem Baugrund verbindet, verschränkt sie unterschiedliche horizontale Ebenen. Durch die geöffneten Deckenpaneele wird die Oberlichtkonstruktion mit Lamellen, LED-Röhren und Gitter sichtbar.

Die Oberfläche der Gipssäulen trägt Spuren von Ton und Flusssand in Form feiner Materialpartikel. Diese Materialien erinnern an den sandigen, tonhaltigen Baugrund des Ausstellungsortes, und auf Bohrpfähle, die zur Stabilisierung von Bauten in den Boden gegossen werden.

Miriam Sturzenegger setzt sich intensiv mit Gusstechniken auseinander. Für "Palindrome for Managed Conditions" entwickelte sie Schalungsteile und Werkzeuge und führte unzählige Materialtests durch. Der präzise manuelle Herstellungsprozess integriert dabei immer auch zufällige Ereignisse. Die finale Oberflächengestaltung wird erst sichtbar, wenn der Trocknungsprozess abgeschlossen ist und die gegossene Form aus der Schalung gelöst wird.

"Reliefpfeiler" ist das längste Wortpalindrom der deutschen Sprache. Palindrome sind Worte, die vorwärts und rückwärts gelesen dieselbe Bedeutung haben. In Sturzeneggers Installation verweisen die doppelten Säulen als in beide Richtungen wirkendes Palindrom gleichsam auf die Verankerung im Boden wie auf das Streben in die Höhe, auf die Abhängigkeit der Architektur vom Boden ebenso wie vom Licht. Der museale Raum, der aufgeschüttete Grund, die weissen Wände, die versteckte Luftzufuhr und die Lichtsituation sind kontrollierte Rahmenbedingungen, "managed conditions", um eine perfekt neutrale Ausstellungssituation herzustellen.

Kuratiert von Laura Breitschmid

kml

Kontakt:

https://www.kunstmuseumluzern.ch/

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