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"MY MOTHER COUNTRY" – ZEITGENÖSSISCHE MALEREI VON ABORIGINES

"MY MOTHER COUNTRY" – ZEITGENÖSSISCHE MALEREI VON ABORIGINES

26.09.2019 Zwei Ausstellungen im Kunsthaus Zug, vom 29. September 2019 bis am 12. Januar 2020


Bild: © Rita Beasley Apetyarr, Sacred River, 2003, Sammlung Pierre und Joëlle Clément - Ausstellung Kunsthaus Zug

Die Präsentation der Zuger Privatsammlung Pierre und Joëlle Clément im Kunsthaus Zug umfasst rund achtzig Werke von fünfzig Künstlerinnen und Künstlern aus der Zeit von 1998 bis 2008. Dies ist die erste thematische Präsentation von zeitgenössischer Aborigines-Malerei in einem Schweizer Kunstmuseum. Die wohl bedeutendste, international gefeierte Vertreterin ist in einer gesonderten Einzelausstellung zu sehen: Emily Kame Kngwarreye mit zwanzig Gemälden aus zwei australischen Privatsammlungen.

Draussen wird es kühl, nass und grau, drinnen im Kunsthaus Zug leuchten warme Farben von weit her: aus der Wüste Australiens. Grossformatige, meist abstrakte Malereien, erdig und sinnlich und mit einer enormen Bildkraft. Sie wirken verblüffend zeitgemäss und künden doch geheimnisvoll von Ritualen und einer grossen Verbundenheit mit der physischen wie spirituellen Naturkraft ihres Landes.

Die Vergangenheit des Gebiets, von dem diese intensiven Farben her leuchten, ist eine dunkle. Es ist das Northern Territory und konkret die Umgebung von Alice Springs, wo Aborigines in Reservate versetzt wurden. In weitläufigen Wüstenstreifen haben entwurzelte Menschen mit Pinsel, Farbe und Leinwand ihre Identität auf individuelle Weise neu zum Ausdruck gebracht.

Hierher war 1971 der australische Kunstvermittler und Künstler Geoffrey Bardon mit den Malutensilien gereist: Erst arbeiteten Kinder damit, bald auch Erwachsene. Er hatte Interesse für die eigenen ästhetischen Vorstellungen der Aborigines, ihre Mythen, das Malen auf Körpern, im Sand und auf Stoff - für ihre Herkunft und Verbundenheit mit dem Land. Die neuen kraftvollen Bilder auf Leinwand wurden in Kunstkreisen bald hochgeschätzt und sind heute in den bedeutenden Kunstmuseen Australiens ebenso vertreten wie in Kunstsammlungen in den USA und in Europa.

Wenn die Aborigines-Malerei eine verblüffende Verwandtschaft zu westlicher Malerei aufweist, basiert sie doch auf einem rituellen mythischen Hintergrund, der sogenannten "Dreamtime".

"Die Sammlung ist zu uns gekommen"

Ins Northern Territory reiste auch das Ehepaar Joëlle und Pierre Clément, das im Kanton Zug wohnt. "Ich habe niemals etwas anhäufen wollen. Ich würde sagen, dass die Sammlung und alles, was sich daraus ergeben hat, sich selbst aufgezwungen hat", sagt Joëlle Clément.

Immer wieder sind sie und ihr Mann seit den späten 1990er-Jahren in die Gebiete der Aborigines in der weiträumigen Region von Alice Springs zurückgekehrt, um den Urheberinnen und Urhebern der Werke zu begegnen und in persönlichen Kontakten zu jener hochkarätigen Auswahl zu gelangen, die sie im Kunsthaus Zug erstmals vorstellen. Die Malerei dieser Region zeichnet sich durch eine besondere Abstraktion aus.

Es ist überhaupt die erste thematische Präsentation von zeitgenössischer Aborigines-Malerei in einem Schweizer Kunstmuseum, nachdem deren Bedeutung im Kunstkontext in wichtigen Instituten in Europa, Japan und den USA aufgezeigt wurde. Die Präsentation der Sammlung Pierre und Joëlle Clément im Kunsthaus Zug umfasst rund achtzig sorgsam ausgewählte Werke von fünfzig Künstlerinnen und Künstlern aus der Zeit von 1998 bis 2008.

Erste Einzelausstellung von Emily Kame Kngwarreye in Europa

Eine der wichtigsten und international gefeierten Vertreterinnen der ersten Stunde ist in einer gesonderten Einzelausstellung zu sehen: Emily Kame Kngwarreye (1910-1996). Sie wuchs in Utopia (Region Alice Springs) auf und lebte und arbeitete nach der Zeit der Reservate auf einer Farm, wo ihr künstlerisches Potential gefördert wurde. Ihr bedeutendes malerisches Werk auf Leinwand ab 1988/89 wurde weltweit in thematischen Ausstellungen gezeigt, so an den Biennalen in Venedig 1997 und 2015, und es ist in namhaften australischen und US-amerikanischen Sammlungen vertreten, beispielsweise des Konzeptkünstlers Sol LeWittt.

Mit zwanzig ausgesuchten Gemälden unterschiedlicher Werkphasen, darunter mehrere Grossformate, aus zwei australischen Privatsammlungen wird die Künstlerin erstmals in Europa im Kunsthaus Zug in einer Einzelausstellung exklusiv vorgestellt. Sie gilt mit den mehrschichtigen All-Over-Strukturen aus einfachen Linien und Punkten als eine der radikalsten ihrer Generation in Australien.

Dazu bilden die Arbeiten aus der Sammlung Clément von mehreren von Emilys Verwandten den Übergang. Exemplarisch wird deutlich, wie Individualität und experimentierfreudige Innovation unter den Bedingungen der Moderne, aber auch enge Bezüge unter den indigenen Kunstschaffenden vor dem Hintergrund ihrer jahrtausendealten Tradition kennzeichnend sind im Sinne einer "Weltgegenwartskunst".

Es handelt sich um die zweite Aborigines-Einzelausstellung überhaupt, nach der Präsentation von John Mawurndjuls Rindenmalerei im Museum Tinguely, Basel (2005/06).

Ergänzt werden die Ausstellungen durch ein Begleitprogramm, bei dem die Leihgeber aus Zug und Australien ebenso mitwirken wie Spezialistinnen der Kunstgeschichte und Ethnologie.

Die von Matthias Haldemann kuratierte Ausstellung wird am Samstag, 28. September, um 17.30 Uhr im Beisein der Sammler eröffnet.

khz

Kontakt:

http://www.kunsthauszug.ch/

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