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Daniel Leutenegger, Bulliard 95, CH-1792 Cordast, Tel +41 (0)26 684 16 45 (nachmittags), Fax +41 (0)26 684 36 45, www.buero-dlb.ch

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"SOCIAL DESIGN"

"SOCIAL DESIGN"

08.10.2018 Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich, Toni-Areal, bis am 3. Februar 2019


Bild: Graft / Lars Krückeberg, Wolfram Putz, Thomas Willemeit mit Andreas Spiess, Solarkiosk, seit 2009, © Andreas Spiess, SOLARKIOSK AG 


Der Solarkiosk ist eine mobile Box und ein Stück soziale Infrastruktur: Er liefert nicht nur nachhaltige Energie, sondern ist auch ein Service- und Kommunikationszentrum. Mit seinen vielfältigen Angeboten wirkt er direkt in die Gemeinschaft hinein - als Verteilstation, Existenzgrundlage für seine lokalen Betreiber, Arbeitsplatz, Informationsbörse, Gesundheitsdienstleister und Veranstaltungsort.

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Bewohnerfreundliche Städte, Initiativen zur Integration von geflüchteten Menschen, ein Webstuhl zur Existenzgründung oder ein Solarkiosk für die lokale Stromversorgung: Social Design ist Gestaltung für die und mit der Gesellschaft und hochaktuell.

Die Folgen der global agierenden Wachstumsökonomie werden für Menschen und Umwelt immer gravierender. Social Design stellt sich dem zunehmenden Ungleichgewicht in Bezug auf Ressourcen, Produktionsmittel und Zukunftschancen und setzt auf einen neuen, gleichberechtigten Austausch zwischen Individuum, Zivilgesellschaft, Staat und Wirtschaft auf der Basis von Dialog und Partizipation.

Wie auch schon in früheren Krisenzeiten steht die Entwicklung einer weltoffenen sozialen Kultur und die Neugestaltung von sozialen Systemen, Lebens- und Arbeitsumgebungen, die eine Welt als Ganzes im Blick haben, zur Diskussion. Vor diesem Hintergrund entwickeln Architekten, Designerinnen, Handwerker und Ingenieure Lösungsansätze.

Die Ausstellung präsentiert 25 internationale Projekte aus den Bereichen Urbaner Raum und Landschaft, Wohnen, Bildung, Arbeit, Produktion, Migration, Netzwerke und Umwelt. Sie zeigen einen Ausschnitt aus dem grossen Panorama an gegenwärtigen Betätigungsfeldern des Social Design.

Ihrer Auswahl zugrunde liegen Kriterien wie etwa die soziale und gestalterische Qualität des Projekts, die Transparenz des damit verbundenen Prozesses, der Dialog mit den projektbeteiligten Menschen und deren Partizipation, ihr Empowerment im Sinne eines Aufbaus eigener Existenzgrundlagen, die Transformation gesellschaftlicher Bedingungen und die Nachhaltigkeit der Initiativen. Im integrierten Forum bezieht die Ausstellung zudem Wissen, Meinungen und Ideen von Besucherinnen und Besuchern mit ein.

Um was geht es? Einige Beispiele

Urbaner Raum und Landschaft

2018 leben 55 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, bis 2050 werden es voraussichtlich 68 Prozent sein. Wie eine nachhaltige urbane Entwicklung aussehen kann, zeigt das interdisziplinäre Kollektiv Assemble, das zusammen mit den Anwohnern eines Quartiers in Liverpool an einer nachhaltigen und schrittweise wachsenden Zukunftsvision für das Viertel arbeitet. Sie renovieren Wohnhäuser und öffentliche Flächen, schaffen aber auch neue Arbeitsmöglichkeiten und unternehmerische Chancen.

Wohnen, Bildung, Arbeit

In Berlin-Neukölln ist Die Gärtnerei entstanden. Raumlaborberlin und die Schlesische27 sowie zahlreiche anderen Beteiligten haben mit einem Team von geflüchteten Menschen einen Garten angelegt und bewirtschaftet. Parallel dazu bauten sie ein leerstehendes Gebäude zu einem nachbarschaftlichen Treffpunkt und einer Schule für Alltags- und Praxiswissen um, in der sich die Beteiligten gegenseitig ihre Kultur und Sprache vermitteln. Inzwischen ist die Gärtnerei Teil des Projekts Coop Campus, das einem wachsenden Netzwerk die Möglichkeit eröffnet, sich in einem partizipativen Prozess an der Entwicklung einer offenen Stadtgesellschaft zu beteiligen.

Produktion

Andere Projekte konzentrieren sich darauf, eigene Existenzen aufzubauen. Sie versuchen nicht nur die Lebensgrundlagen von Menschen zu sichern, die sonst keine Arbeit haben, sondern ihnen auch eine selbstbestimmte Arbeit in ihrem gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld zu ermöglichen. Mit seinem Flying8-Webstuhl, den er 2009 während eines Webworkshops in Äthiopien entwickelte, revolutioniert Andreas Möller das Handwerk des Webens und ermöglicht Existenzgründungen in bereits über 20 Ländern auf vier Kontinenten.

Migration


Neben den staatlichen Programmen bemühen sich verschiedene Initiativen, geflüchteten Menschen beizustehen und ihnen im Ankunftsland Integrationsangebote zu machen, die auf Austausch und Empowerment beruhen. Das magdas Hotel in Wien beweist, wie man ein nachhaltiges soziales Projekt auf die Beine stellen kann. Das sich wirtschaftlich selbsttragende Modellprojekt hat 20 Arbeitsplätze für anerkannte Flüchtlinge aus 16 Nationen geschaffen, die zusammen mit zehn Fachkräften aus der Hotellerie arbeiten.

Netzwerke


Weltweit müssen über eine Milliarde Menschen ohne Elektrizität auskommen, davon allein 600 Millionen in Afrika. Der Solarkiosk von Graft und Andreas Spiess schafft ein Stück Infrastruktur: Er liefert nicht nur nachhaltige Energie, sondern ist auch ein Service- und Kommunikationszentrum, das mit seinen vielfältigen Angeboten direkt in die Gemeinschaft hineinwirkt - als Verteilstation, als Existenzgrundlage für seine lokalen Betreiber, als Arbeitsplatz, Informationsbörse, Gesundheitsdienstleister und Veranstaltungsort.

Umwelt


Social Design bedeutet auch, Vorschläge für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt zu machen, der ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und gesellschaftliche und kulturelle Kontexte respektiert. Eines der Projekte der Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt und Terra Madre ist die Einrichtung von 10'000 Gärten In Afrika. Seit 2010 sind bereits mehr als 3'000 Gärten in Schulen, Dörfern und den Aussenbezirken von Städten in 35 afrikanischen Ländern entstanden. So will Slow Food eine Landwirtschaft fördern, die auf der Kenntnis des Terrains sowie dem Respekt für die biologische Vielfalt und lokalen Kulturen fusst.

Jede und jeder kann Gesellschaft gestalten

Das integrierte Forum ermöglicht allen Besucherinnen und Besuchern in Talks, Workshops und einer Exkursion mit Akteuren des Social Design ins Gespräch zu kommen. Es lädt ein, an partizipativen Stationen Stellung zu beziehen, zu wechselnden Themen Wissen und Ideen auszutauschen, lokale Social Design-Initiativen zu empfehlen und selbst produktiv zu werden.

Für das jüngere Publikum führt eine Kinderspur durch die Ausstellung. Eine Bibliothek regt an, sich mit Ausstellungsinhalten vertieft auseinanderzusetzen. Das Programm des Forums wird auf der Museumswebsite ständig aktualisiert. Hier werden auch die während der Laufzeit der Ausstellung entstehenden Ergebnisse der Workshops und partizipativen Stationen kommuniziert.

Weitere Station

Die Ausstellung Social Design wandert weiter: Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zeigt das Projekt vom 28. März bis zum 27. Oktober 2019.

Publikation

Social Design - Partizipation und Empowerment

Mit Essays von Angeli Sachs, Claudia Banz, Michael Krohn sowie Beiträgen zu den 25 internationalen Projekten aus unterschiedlichen Disziplinen.
 Museum für Gestaltung Zürich, Angeli Sachs (Hg.), D, Lars Müller Publishers, CHF 29 
Erhältlich in den Museumsshops und im eShop, auch als englische Ausgabe

mfg

Kontakt:

https://museum-gestaltung.ch/de/ausstellung/social-design/

 

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