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"THE SWISS PRISON PHOTO PROJECT"

"THE SWISS PRISON PHOTO PROJECT"

29.11.2019 Ausstellung im Polit-Forum im Käfigturm Bern, bis am 4. April 2020


Bild oben: sppp - Prison de Sion © Peter Schulthess

Die Ausstellung the swiss prison photo project (sppp) geht auf eine langjährige Zusammenarbeit des Fotografen Peter Schulthess mit dem Gefängnisstatistiker und -forscher Daniel Fink zurück. Sie haben zusammen 2007 eine erste Ausstellung in den Räumen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zum Thema Die Freiheitsstrafe und deren Zukunft in der Schweiz konzipiert und gezeigt. Verschiedene Ausstellungsprojekte und Beteiligungen an Ausstellungen anderer Institutionen folgten. Zusammen haben sie 2015 das Buch Strafrecht, Freiheitsentzug, Gefängnis (Stämpfli-Verlag) veröffentlicht.

2017 starteten Daniel Fink und Peter Schulthess mit the prison photo project in Portugal mit der Idee, dieses Konzept in und mit anderen Ländern weiter zu führen - weshalb ein englischer Name für das Projekt gewählt wurde.

the portuguese prison photo project zeigte Einblicke in sieben portugiesische Gefängnisse. Nach der ersten Ausstellung im Centro Português de Fotografia in Porto 2017 folgte eine zweite Ausstellung im Museu do Aljube in Lissabon 2019. Beide Museen wurden ursprünglich als Gefängnisse gebaut, dienten zwei Jahrhunderte als Haftanstalten und boten den passenden Kontext für diese Ausstellung. 2021 soll sie in neuer und erweiterter Konzeption in Portimáo, im Süden Portugals, gezeigt werden.

Im November 2017 kamen das Führungsteam des Polit-Forums Bern, Thomas Göttin und Stefanie Schüpbach, und die beiden Vertreter der Gefängnisforschung.Schweiz, Daniel Fink und Peter Schulthess, überein, the swiss prison photo project zusammen durchzuführen. Ziel des Projektes ist eine umfassende fotografische Darstellung des Freiheitsentzuges in der Schweiz. Ausgehend vom Medium Fotografie soll in Führungen, Büchern und Veranstaltungen die Thematik des Freiheitsentzugs zur Diskussion gestellt werden. Gleichzeitig erlaubt die fotografische Darstellung eine Debatte zur Fotografie als Medium der Vermittlung von Fragen der Inhaftierung, der Freiheitsstrafe und des Lebens hinter Gittern.

Die Ausstellung ist zweisprachig deutsch und französisch. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und soll in weiteren Orten gezeigt werden.

Gefängnisfotografie in der Schweiz und die Ausstellung sppp

Fotografien von Gefängnissen sind so alt wie die Fotografie selber. Die Geschichte der Fotografien von Gefängnissen und des Lebens hinter Gittern sowie der Gefängnisfotografie sind allerdings noch weitgehend unerforscht. Weder besteht ein Inventar aller Fotografinnen und Fotografen in der Schweiz, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt hätten, noch gibt es Übersichten über Gefängnisfotografien der letzten 150 Jahre, deren Entstehen oder Inhalt, deren Publikationsweise oder Wirkung.

Nach dem Wissen des Polit Forums hat bisher noch kein Fotograf bez. Fotografin eine breite fotografische Dokumentation der Gefängnislandschaft in der Schweiz vorgelegt - mit einer Ausnahme. Diese Ausnahme ist Peter Schulthess, der seit über 17 Jahren Gefängnisse und Justizvollzugsanstalten fotografiert und mit Strafvollzugsthemen auch publizistisch tätig ist. 2006 veröffentlichte er den Bildband Hinter Gittern und 2015, zusammen mit Daniel Fink, das umfangreich bebilderte Handbuch Strafrecht, Freiheitsentzug, Gefängnis. Im Rahmen der Ausstellung the swiss prison photo project veröffentlicht er am 30. November 2019 zwei neue Bildbände zu den Einrichtungen des Freiheitsentzugs in der deutschen, französischen und italienischen Schweiz.

Die Fotografien der Ausstellung

Der Freiheitsentzug ist die Einschränkung des Lebensraumes für eine bestimmte oder unbestimmte Zeit. Die rund 80 für die Ausstellung ausgewählten Bilder aus dem Buchprojekt von Peter Schulthess geben einen Einblick in die teils mehr und teils weniger gesicherten Innen- und Aussenräume der Gefängnisse und zeigen ihre Funktion und Bedeutung. Sie vermitteln Eindrücke zu den Lebensbedingungen der Gefangenen in ihren Lebens-, Arbeits-, Freizeit- und Besuchsräumen. Kern jedes Gefängnisses und fotografischer Schwerpunkt sind die Zellen als kleinste Raumeinheiten, standardisiert und anonym und dennoch persönlich und im Detail sogar intim. Sie sind Aufenthaltsraum für Stunden und Tage oder Lebensraum für Monate und Jahre.

Die Perspektive des Fotografen ist geradlinig, seine Mission ist die Dokumentation, nicht die Inszenierung und nie die Zurschaustellung von Straftätern. Die Objektivität und die Ästhetik der Fotografien erlauben eine sachliche Annäherung an die Thematik. Offen bleibt die Interpretation der Bilder. Sie lassen verschiedene Sichtweise zu: die Sicht von aussen und die von innen, die Sicht von links und die von rechts. Nichts ist, wie es scheint.

Aufgeteilt auf fünf Räume bietet die Ausstellung im Raum A (3. Stock) Photographien zu Aussen- und Innenansichten von Gebäuden und Zellen aus der Vielfalt von Einrichtungen des Freiheitsentzugs der deutschen, französischen und italienischen Schweiz.

Im Raum B (3. Stock) werden Bilder zum Alltag - Essen, Aussenkontakte, Sport, Hofgang, Gesundheitsversorgung und Arbeit - gezeigt.

Im dritten Raum C (4. Stock) wird ein Seitenblick auf die Kultusräume und Bildungsarbeit gerichtet.

Raum D (4. Stock) bietet einen Blick in die Einrichtungen für den Massnahmenvollzug, wo das Zusammenleben und Therapien zentral sind.

Im Raum E (5. Stock) schliesslich kommen Spezialräume und -situationen zur Darstellung, von Hochsicherheitszellen und -spazierhof zu Arrest- und Beruhigungszellen.

Die Fotos dokumentieren das Eigentümliche all dieser Orte, nämlich mit allen Mitteln den Freiheitsentzug durchzusetzen, der dem Wunsch nach Freiheit entgegensteht. Sie zeigen allgemein gute materielle Lebensbedingungen, die, welches auch immer deren Ausgestaltung ist, nicht ohne Folgen für die psychische Gesundheit der Insassen bleiben.

Der Ausstellungsort

Der Käfigturm wurde 1256 erbaut und erhielt seine heutige Form 1644. Er diente ab 1405 bis 1897 als Gefängnis und Verhörzentrum. Aufgrund einer ersten wissenschaftlichen Arbeit erhielt das Polit-Forum Bern Zugang zu einigen Verhörakten und Lebensgeschichten von Gefangenen aus dem 17. Jahrhundert. Diese Forschung steht erst am Anfang.

Seit 1999 beherbergte der Käfigturm das Politforum des Bundes, seit 2017 ist es das Polit-Forum Bern mit neuer Trägerschaft von Kanton, Stadt und Burgergemeinde Bern sowie der römisch-katholischen und evangelisch-reformierten Landeskirche. Das Polit-Forum Bern soll ein lebendiger Ort der Diskussion und des Austausches über aktuelle Themen der Politik sein und damit zur Stärkung der Beteiligung an der Demokratie beitragen.

Der Fotograf Peter Schulthess

Der Basler Berufsfotograf Peter Schulthess hat sich spezialisiert auf Architekturfotografie. Seit 2006 legt er thematisch, fotografisch und publizistisch einen Fokus zudem auf die historische Entwicklung und die Gegenwart des Justizvollzuges. Er ist Mitglied im Verband Schweizer Berufsfotografen und Filmgestalter SBF und der Präsidialkommission der Sektion Basel-Nordwestschweiz. Er wurde 1966 in Basel geboren, wo er mit seiner Familie wohnt.

Peter Schulthess machte vor 17 Jahren seine erste zufällige fotografische Erfahrung mit dem Gefängnis in der lokalen Strafanstalt von Basel. Sie führten zu einem bleibenden Interesse für Gefängnisfotografie und den Justizvollzug. Nebst den Gefängnissen in der Schweiz konnte er auch Einrichtungen in Deutschland und in Portugal fotografieren.

Nebst seinem Erstlingswerk Hinter Gittern - Gefängnisse und Justizvollzug in der Schweiz (2006) und der gemeinsamen Herausgabe des Handbuches Strafrecht, Freiheitsentzug, Gefängnis zusammen mit Daniel Fink (2015) verfasste er als Auftragsarbeit Damals in ‹Lenzburg›, Alltag in der Strafanstalt 1864-2014 (2014) und Die Jugend auf der Aarburg, Straf- und zivilrechtlicher Massnahmenvollzug 1893-2018 (2019).

cp

Kontakt:

https://www.polit-forum-bern.ch/ausstellung/the-swiss-prison-photo-project

https://www.prisonphotoproject.ch/de/

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Bild: sppp - Prison de la Croisée © Peter Schulthess 

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