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"TILL VELTEN – WENN DIE KOGNITIVE ORDNUNG ZERBRICHT"

"TILL VELTEN – WENN DIE KOGNITIVE ORDNUNG ZERBRICHT"

31.05.2018 Ausstellung im Haus Konstruktiv Zürich, bis am 2. September 2018


Bild: © Till Velten, Kaleidoskop, 2017

Das Haus Konstruktiv freut sich, das neueste Projekt des deutschen Künstlers Till Velten (*1961 in Wuppertal, lebt und arbeitet abwechslungsweise in Basel, Berlin, Freiburg i. B. und Wien) präsentieren zu können: "In dieser ortsspezifisch konzipierten Arbeit erkundet Velten das Thema Demenz und das Phänomen des Vergessens im Spannungsfeld einer Kunst, die in erster Linie auf gedanklicher Schaffenskraft und Planbarkeit beruht. Was wäre, wenn Konzeptkünstler vergessen? Ausgehend von dieser Fragestellung präsentiert Till Velten seine Arbeit Wenn die kognitive Ordnung zerbricht, die als künstlerisches Forschungsprojekt angelegt ist."

Das Gespräch ist seit 2001 Veltens künstlerisches Medium, die Basis seines Schaffens und zugleich sein wichtigstes Forschungsmittel. Velten fragt sich in seiner Arbeit in die Gedanken- und Gefühlswelten anderer Menschen hinein. Daraus entstehen Publikationen, Videos und Rauminstallationen, die zur Bühne für weitere Gespräche werden.

Am Anfang von Till Veltens Beschäftigung mit Demenz stand die Zusammenarbeit mit dem Theater Freiburg und mit WOGE e.V., einer Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz in Freiburg im Breisgau. Bei seinem Besuch der Wohngemeinschaft bot sich ihm das schillernde Bild eines von Kreativität geprägten Umfeldes, in dem die Bewohner wie in einer "Klasse an der Kunstakademie" aufgehoben schienen. Er realisierte, dass sich Menschen mit Demenz in einer guten Umgebung und Betreuungsstruktur sehr wohlfühlen können.

Die Basis der Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv sind Recherchen und Gespräche des Künstlers mit dem Pflegepersonal und anderen Mitarbeitenden sowie Angehörigen von Bewohnern des Demenz-Kompetenzzentrums Sonnweid in Wetzikon. Die von Velten ausgewählten Textfragmente spiegeln ganz unterschiedliche Erfahrungen und Emotionen im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen wider - das Gefühl von Verlust des alten Lebens, sich verändernde Freundschaften, das neue Leben in der Sonnweid und den allgegenwärtigen Tod. Die von professionellen Sprechern und Sprecherinnen gelesenen Aussagen der Gesprächspartner sind zu einem atmosphärischen Klangteppich arrangiert. Mit dieser laut- und formenbildenden Sprach- und Klangmelodie zeigt der Künstler das Zerbrechen von Sprache und Sinnzusammenhängen auf.

Für die Arbeit Wenn die kognitive Ordnung zerbricht verwandelt Velten den Ausstellungsraum in eine begehbare Installation, die zur Plattform für verschiedene Formen der Begegnung und von Gesprächen wird. Die Installation präsentiert sich als eine glitzernde, durch verschiedene Lichtimpulse verführerisch aufleuchtende Landschaft aus Swarovski-Kristallen. Eine Drehtür aus Spiegelfolie teilt den Ausstellungsraum in zwei konträre Hälften, die symbolisch für die Entscheidungsfreiheit jedes einzelnen Besuchers steht: Während die eine Saalhälfte an eine zauberhafte, in betörender Farbigkeit glitzernde Winterlandschaft erinnert und mit Liegewiesen zum Verweilen einlädt, wirkt die andere düster und bedrohlich: Darin schweben dunkel glänzende, an Gesichter erinnernde Bildtafeln mit integrierten Videoaufnahmen von Augenpaaren und Lippen, die sich synchron zu den gesprochenen Worten zu bewegen scheinen. Ein hängender, rotierender Kristall wirft, einem Kaleidoskop gleich, verschiedene Spektralfarbenmuster auf die Wand.

In zwei Gesprächsrunden, die am 6. Juni und am 22. August, jeweils um 18.30 Uhr, inmitten der Ausstellung stattfinden werden, bringt der Künstler Fachexpertinnen und Spezialisten aus verschiedenen Bereichen der Kunst und der Medizin zusammen, um mit ihnen das Thema Demenz, das Erinnern und Vergessen in einen sozialen Kontext zu stellen.

Till Velten hat von 1984 bis 1992 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler studiert, dessen Meisterschüler er wurde. Es folgten zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen - darunter jene im Kunstverein Freiburg (2003), im Helmhaus Zürich (2006) und im Kunsthaus Zug (2007) - sowie Publikationen und Lehraufträge: 2006/2007 war Velten Professor an der Kunsthochschule Kassel; von 2008 bis 2012 leitete er den Masterstudiengang Art in Public Spheres der Hochschule Luzern, Design und Kunst. Von 2013 bis 2014 hatte er eine Projektprofessur an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Er hat bis jetzt verschiedene Gastprofessuren in Wien und Zürich inne.

Kuratiert von Sabine Schaschl

Kontakt:

http://www.hauskonstruktiv.ch/deCH/ausstellungen/current/till-velten.htm

 

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