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WELTWEIT EINZIGARTIGER FOSSILIENFUND, DER NOCH NIE ZU SEHEN WAR

WELTWEIT EINZIGARTIGER FOSSILIENFUND, DER NOCH NIE ZU SEHEN WAR

12.09.2018 In der neuen Sonderausstellung "5 Sterne" zeigt das Naturhistorische Museum Bern (NMBE) 170 Millionen Jahre alte Neufunde von Stachelhäutern aus dem Schweizer Jura. Highlight der Ausstellung: Eine Gesteinsplatte, auf der Seeigel, Seesterne, Schlangensterne, Seelilien und Seegurken vereint sind. (Bis am 15. September 2019).


Bild: Highlight der Ausstellung: Gesteinsplatte mit allen fünf Stachelhäutergruppen - Foto: © Philipp Zinniker

Den Paläontologen des Naturhistorischen Museums sind in einem Steinbruch im Aargauer Jura 2016 und 2017 extrem seltene Funde gelungen: Wunderbar erhaltene Stachelhäuter in Gesteinen des mittleren Juras. Unversehrte Skelettfunde von Seesternen und Co. in diesen Schichten sind extrem selten. Die bisher bekanntesten wurden in den 1960er-Jahren in einem Steinbruch bei Schinznach (AG) entdeckt. Im Vergleich zu diesen - weltbekannten - Funden sind die neuen Funde deutlich besser und vollständiger erhalten. 

Warum sind vollständige Stachelhäuter in dieser Gesteinsschicht (Hauptrogenstein) so selten? Üblicherweise kommen die Stachelhäuter nur noch als kleine Skelettteilchen im Gestein vor. Die Gesteinsschicht Hauptrogenstein entstand vor 170 Millionen Jahren in einem warmen, seichten, ständig bewegten Meer - ähnlich wie heute auf den Bahamas. Gut erhaltene Fossilien sind rar: Das rollende Wasser zerschlug die feingliedrigen Skelette, überzog deren Reste mit Kalk und formte sie dabei zu perfekten Kügelchen. Diese erinnern an Fischlaich, den Rogen, was der Gesteinsschicht den Namen gab.

Am Anfang stand ein Jahrhundertsturm

Warum aber sind die Tiere aus diesem Fund so gut erhalten? Dazu brauchte es einen grossen Zufall: Am Standort, wo heute der jura cement Steinbruch steht, ereignete sich vor 170 Millionen Jahren ein Jahrhundertsturm. Die Tiere, die dabei umkamen, wurden nicht weit weg transportiert und mit feinkörnigem Schlamm überdeckt. Die grosse Katastrophe wurde zum Glücksfall für die Paläontologie. 

Mit 3D-Brille den Steinbruch erleben

In einer Sonderausstellung zeigt das Naturhistorische Museum Bern die spektakulären Funde zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt steht das zwei Quadratmeter grosse Highlight: Eine Gesteinsplatte, auf der alle fünf Stachelhäuter-Gruppen vereint sind. Auf der 170 Millionen Jahre alten Platte sind Seeigel, Seesterne, Schlangensterne, Seelilien und Seegurken in ihrer filigranen Schönheit wunderbar erhalten. Wie entdecken Laien aber die verschiedenen Arten, die sich auf der Platte tummeln? Mittels einer Lichtinstallation, welche die Besuchenden selber steuern, können die Arten jeweils einzeln angeleuchtet werden. 

Die Inszenierung der Ausstellung ist unkonventionell: Beim Eingang erhalten die kleinen und grossen Fossilienfreaks eine 3D-Brille. So wird der Fundort Steinbruch zur eindrücklichen Kulisse. Neben der Gesteinsplatte werden weitere Objekte aus dem Hauptrogenstein gezeigt, unter anderem aus der Sammlung der Fondation Paléontologique Jurassienne (FPJ) und die Fossilien vom Steinbruch Heister bei Schinznach Dorf - der bereits erwähnte Fund, der in den 1960er-Jahren grosse Aufmerksamkeit erlangte. Mit der Übernahme der FPJ-Sammlung ist das NMBE zu dem Forschungsstandort in der Schweiz für Versteinerungen der Jurazeit geworden. 

Mit einem Video der Filmer Jörg Fritschi und Paul Wirth erleben die Besuchenden die Paläontologen live bei der Arbeit - sei es auf der Fundstelle, im Sammlungskeller oder im Präparatorium, wo die Fossilien mit grosser Sorgfalt stundenlang freigelegt werden. 

nmbe

Kontakt:

https://www.nmbe.ch/de/ausstellungen-und-veranstaltungen/5-sterne-0

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