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WIE DER BUCHDRUCK DIE ZÜRCHER REFORMATION PRÄGTE

WIE DER BUCHDRUCK DIE ZÜRCHER REFORMATION PRÄGTE

27.01.2019 Ausstellung "Getruckt zů Zürich – Buchdruck und Reformation" in der Schatzkammer im Predigerchor Zürich, bis am 30. April 2019


Bild: Titelblatt der reformierten Zürcher Bibel von 1531. "Die gantze Bibel der ursprünglichen Ebraischen und Griechischen waarheyt nach / auffs aller treüwlichest verteütschet. Getruckt zuo Zürich bey Christoffel Froschouer / im Jar als man zalt M.D. XXI." - Public domain - Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Titel_Bibel_Zwingli_z%C3%BCrich.jpg

Huldrych Zwingli begann vor genau 500 Jahren, am Grossmünster das Evangelium zu predigen, und er läutete damit die Zürcher Reformation ein. Durch die Zusammenarbeit mit dem Zürcher Buchdrucker Christoph Froschauer gelang es ihm, auch über die Landesgrenzen hinaus als Reformator eine bedeutende Rolle einzunehmen. Die neue Ausstellung "Getruckt zů Zürich - Buchdruck und Reformation" streicht die Bedeutung des Buchdrucks für die Zwinglische Reformation heraus. Die Ausstellung wartet mit aussergewöhnlichen Exponaten auf.

Mit der Zwinglischen Reformation schrieb Zürich im 16. Jahrhundert Weltgeschichte. Weder zuvor noch danach erlangte ein Ereignis in der Limmatstadt eine solch globale Bedeutung. In seiner nur gerade zwölf Jahre dauernden Amtszeit als Leutpriester am Grossmünster setzte Zwingli (1484-1531) einen fundamentalen Wertewandel in Kirche und Gesellschaft in Gang. Wichtig für seinen internationalen Erfolg war die Zusammenarbeit mit dem Zürcher Buchdrucker und Anhänger reformatorischer Ideen, Christoph Froschauer (1490-1564).

Flugschriften - die Flyer der Reformation

Die mediale Verbreitung der Reformation steht im Fokus der neuen Ausstellung. Dank des neuen Medientyps der Flugschrift gelang es Zwingli, seine theologischen Ansätze schnell und über die Landesgrenzen hinaus zu verbreiten. Auch für Froschauer war die Reformation ein gutes Geschäft: Mit seinen 800 Drucken zählte er zu den grossen Namen im deutschsprachigen Raum. Den Höhepunkt der Zusammenarbeit bildete der Druck der Froschauer-Bibel 1531. Dieses besondere Juwel der Zürcher Reformation, in dem alle Teile des Alten und Neuen Testaments erstmals in einem Buch zusammengefasst waren, ist in der Ausstellung zu sehen.

Eindrückliche Exponate, Film und Quiz

Die Ausstellung vermittelt ein Bild des Verlagssortiments der Offizin Froschauer, der ikonographischen Umsetzung theologischer Themen sowie der aufkommenden Zensur. Zu sehen sind zum Teil einzigartige und selten präsentierte Dokumente wie das im Privatbesitz stehende und weltweit einzige Porträt Froschauers aus dem Jahr 1556, der von Zwingli benutzte Einsiedler Codex und die kolorierte Reformationschronik von Heinrich Bullinger aus den Spezialsammlungen der ZB.

Besonders erlebbar wird die Reformationszeit durch Sequenzen aus dem Schweizer Kurzspielfilm "Zwinglis Erbe" (2018) von Alex Fröhlich. Wer sein Wissen über die Reformation an der Ausstellung testen möchte, kann an einem Quiz teilnehmen. Zur Ausstellung wird ausserdem ein Begleitbuch in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift "Zwingliana" herausgegeben. Der Band vereinigt neun Beiträge zum Thema "Buchdruck und Reformation in der Schweiz".

zb

Mehr:

https://www.zb.uzh.ch/ausstellungen/medienpool/Reformation/flyer_buchdruck_und_reformation.pdf

Kontakt:

Dr. phil. Urs Leu, Leiter der Abteilung Alte Drucke und Rara, urs.leu@zb.uzh.ch

Lic. phil. Christian Scheidegger, Kurator der Ausstellung, christian.scheidegger@zb.uzh.ch

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