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ZEITGENÖSSISCHE KUNST AUS DER KARIBIK IN BASEL - "ONE MONTH AFTER BEING KNOWN IN THAT ISLAND"

ZEITGENÖSSISCHE KUNST AUS DER KARIBIK IN BASEL - "ONE MONTH AFTER BEING KNOWN IN THAT ISLAND"

29.08.2020 Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G: Neuer öffentlicher Kunst- und Kulturraum widmet Erstausstellung zeitgenössischer Kunst aus der Karibik (bis am 15. November 2020)


Bild: © https://www.kbhg.ch/

Zeitgenössische Kunst aus der Karibik: mit diesem Thema eröffnet die Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G ihren Ausstellungs- und Kulturraum an der Spitalstrasse 18 in Basel. "Die von der kürzlich verstorbenen Sibylle Piermattei-Geiger und ihrem Mann gegründete Stiftung ist Ausdruck des in Basel tief verankerten Mäzenatentums und des damit verbundenen Anspruchs vermögender BaslerInnen, einen substanziellen Beitrag zu einem frei zugänglichen Kulturangebot zu leisten", heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung. Die Eröffnungsausstellung mit dem Titel "one month after being known in that island", unter der Leitung der ebenfalls in Basel ansässigen Caribbean Art Initiative(CAI), zeigt Arbeiten von KünstlerInnen aus der gesamten Karibik sowie ihrer kulturellen Diaspora und deren individuellen Umgang mit dem kulturellen Erbe und der wechselhaften Geschichte der Region. Die Ausstellung läuft bis am 15. November 2020 und wird durch ein umfassendes öffentliches Programm in Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel, der Universität Basel und Radio X begleitet. Eintritt und Katalog sind kostenlos.*)

Mit ihrer Erstausstellung erklärt die Kulturstiftung Basel H. Geiger I KBH.G gleichsam Sinn und Zweck dieses neugeschaffenen Kunst- und Kulturraums, der allen offensteht - allen Interessierten, ob auf Seiten BesucherInnen oder KünstlerInnen und Kulturschaffender- und der den aktiven Austausch und Dialog zwischen allen Interessensgruppen fördern soll. In Basel, an einem Drehpunkt des internationalen Kunst- und Kulturbetriebs, soll eine Institution etabliert werden, die "das reiche, lokale Kulturangebot ergänzt und gleichzeitig mit interessiertem Blick auf die ganze Welt schaut. Denn Basel versteht sich nicht nur auf die eigene Nabelschau, sondern trägt auch ein grosses Mass an Offenheit dem Fremden und Anderen gegenüber in der eigenen DNA.", heisst es in der Medienmitteilung zur Eröffnungsausstellung. Und weiter: "Die KBH.G will beides verbinden und widmet die kommenden Ausstellungen Originalplakaten von Pablo Picasso aus einer Basler Privatsammlung, dem Nachfolgeprojekt zu For Forest von Klaus Littmann und einem Projekt in Verbindung mit Musik und Kunst des Künstlerduos Jahic/Roethlisberger."

Basler Mäzenatentum

"Das Leben der Stifterin, der Baslerin Sibylle Piermattei-Geiger, hat mehrere Wendungen genommen und entspricht nicht, wie man vielleicht meinen möchte, dem einer höheren Tochter aus gutem Haus. Sie brach schon früh aus und auf in eine Welt der Kunst und Kultur, die ihr einen beispiellosen Erfahrungsreichtum schenkte. Sie lebte als Künstlerin und Kostümbildnerin erst in Deutschland und später lange Jahre in Italien, wo sie unter anderem in der Cinecittà tätig war. Erst 2019 sind Sibylle Piermattei-Geiger und ihr Mann, der Römer Rocco Piermattei, nach Basel zurückgekehrt mit dem Wunsch, gemeinsam mit dem langjährigen Kulturjournalisten Raphael Suter, eine Kulturstiftung zu gründen.", lesen wir in der Medienmitteilung.

Für Raphael Suter, Direktor der Kulturstiftung Basel H. Geiger, eine neue und spannende Herausforderung: "Für mich ist es eine tolle Chance, in Basel, einer Stadt mit grossem kulturellem Reichtum, mit unseren Ausstellungen und Aktivitäten neue Akzente zu setzen. Die Verbindung mit Sibylle und Rocco Piermattei-Geiger, wie ich sie in den letzten Jahre erfahren durfte, war und ist eine grosse Bereicherung für mich und mein Team. Dieses Gefühl möchten wir mit unseren Aktivitäten an die BesucherInnen weitergeben. Natürlich sind wir alle unendlich traurig, dass Sibylle unsere erste Ausstellung nicht mehr miterleben kann. Aber wir gehen alle Aufgaben in dem guten Gefühl an, dass alles was wir tun, gemeinsam mit ihr angedacht wurde, und es ist für uns ein zusätzlicher Ansporn, ihren Wünschen und Vorstellungen für die Stiftung auch in Zukunft gerecht zu werden."

"Friede von Basel"

Die Erstausstellung "one month after being known in that island" verbindet historische Weltpolitik mit dem Lokalen. So setzt die Ausstellung beim 1795 geschlossenen "Frieden von Basel" an, dem ein Vertrag zwischen der spanischen Monarchie und der Französischen Republik zugrunde liegt, in welchem Frankreich die östlichen Zwei-Drittel von Hispaniola, der heutigen Dominikanischen Republik, zugesprochen wurden.

Die beiden KuratorInnen der Ausstellung, Yina Jiménez Suriel und Pablo Guardiola machen in Bezug auf die Kolonialherrschaft deutlich, dass "es eine Sache ist, die Realität aus einer Machtposition heraus wahrzunehmen, aber eine ganz andere, wie sich die Realität jenen darstellt, die mit den Folgen leben."

Die gezeigten Werke stehen denn auch für den unterschiedlichen Umgang der KünstlerInnen mit ihrer Geschichte und für eine individuelle Auslegung und Kommunikation des karibischen Topos generell. Damit verbunden ist auch eine unterschiedliche Rezeption der Werke, "denn sie bilden ein Bezugssystem, das die Annäherung an die vielfältigen Realitäten vor Ort ermöglicht, ausgehend von Positionen der Autonomie, der Emanzipation und des Widerstands", so Jiménez Suriel und Guardiola.

Für Albertine Kopp, Gründerin der Caribbean Art Initiative, ist das Forum, welches die Kulturstiftung Basel H. Geiger der Kunst aus der Karibik mit dieser Ausstellung bietet, eine Chance, Kunst-und Kulturschaffenden aus der Karibik zu mehr Visibilität zu verhelfen: "Wir sind besonders glücklich über die Zusammenarbeit mit und die Unterstützung seitens KBH.G. Mit der Ausstellung verfolgen wir unser Ziel, mit CAI eine internationale Plattform für KünstlerInnen der Karibik zu schaffen und einem breitem Publikum den Zugang zur künstlerischen Produktion einer extrem dynamischen Region zu öffnen."

Die ausstellenden KünstlerInnen:

Ramón Miranda Beltrán (1982 in Puerto Rico, lebt und arbeitet in San Juan); Minia Biabiany (1988 in Guadeloupe, lebt und arbeitet in Pointe-à-Pitreund Mexico City); Christopher Cozier (1959 in Trinidad und Tobago, lebt und arbeitet in Port of Spain); Tessa Mars (1985 in Haiti, lebt und arbeitet in Port-au-Prince); Elisa Bergel Melo (1989 in Venezuela, lebt und arbeitet in Santo Domingo); José Morbán (1987 in der Dominikanischen Republik, lebt und arbeitet in Santo Domingo); Tony Cruz Pabón (1977 in Puerto Rico, lebt und arbeitet in San Juan); Madeline Jiménez Santil (1986 in der Dominikanischen Republik, lebt und arbeitet in Mexico City) und Guy Régis Jr. (1974 in Haiti, lebt und arbeitet in Port-au-Prince).

Das öffentliche Begleitprogramm

(Details auf https://www.kbhg.ch/)

  • In Zusammenarbeit mit der Universität Basel finden zweimal-wöchentliche, kostenlose Führungen durch die Ausstellung statt, die den kuratorischen Rahmen sowie die elf künstlerischen Positionen erläutern.
  • Kulinarische Familientage werden vom schweizerisch-dominikanischen Küchenchef Olivier Bur im Oktober und November organisiert.
  • Am 16. September um 18.15 Uhr findet in Zusammenarbeit mit Alliance Française und der Société d'études française Bâle eine Konferenz zur Einführung in die haitianische Literatur statt. Makenzy Orcel, Dichter und Romancier aus dem französischsprachigen Teil der Karibik, wird einen Überblick über die Kunst und Literatur seiner Heimat Haiti geben und eigene Texte vortragen.
  • Eine dreiteilige Filmreihe, aufgeführt im Stadtcasino Basel, wird die Ausstellung begleiten. Gezeigt werden vier Filme von Gilles Elie-Dit-Cosaque, Beatriz Santiago Muñoz, José Maria Cabral und Sandra Vivas; thematisch sind die Filme an die Ausstellung angelehnt.
  • In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel wird eine Reihe von vier Podcasts als Teil der Serie Promise No Promises aufgenommen
  • In Zusammenarbeit mit RadioX kreieren DJs in vier Live-Sets aus dem Ausstellungraum den perfekten Soundtrack einer akustischen Reise durch die Karibik.

*) Die Kulturstiftung Basel H. Geiger| KBH.G ermöglicht den freien Eintritt in alle ihre Ausstellungen, die jeweils von einem aufwändig gestalteten Katalog begleitet werden, welcher ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

KURATORIN UND KURATOR

Yina Jiménez Suriel

Die dominikanische Kuratorin, Wissenschaftlerin und Architektin Yina verfügt über einen Master in Kunstgeschichte und visueller Kultur mit Schwerpunkt visuelle Studien der Universität Valencia, Spanien. Sie war Teilnehmerin an der ersten Ausgabe des Curando Caribe Program des Centro Cultural de España in Santo Domingo und Centro León. Zurzeit forscht sie zu Frauen und Architekturräumen in der Dominikanischen Republik - Domestic Revolution, Public History, in Zusammenarbeit mit der Universitat Politècnica de València und der Zeitschrift "Arquitexto". Dieses Projekt basiert auf der These, dass die zeitgenössische Kunstproduktion der erste Denkraum ist, von dem aus der gewachsene dominikanische Raum betrachtet werden kann. Seit 2018 arbeitet Yina als Kuratorin am Centro León. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Stärkung des Forschungsprogramms und die Entwicklung neuer Strategien, die dominikanische Sozialgeschichte aus der Erforschung der visuellen Produktion heraus zu verstehen.

Pablo Guardiola

Als bildender Künstler, der vor allem mit Objekten, Fotografie und Schrift arbeitet, konzentriert sich Pablos Werk sowohl auf die Produktion von unterschiedlichen Formen des Lesens und Erzählens, als auch darauf, wie sie wahrgenommen und interpretiert werden. Er verfügt über einen Bachelor in Geschichte der Universität von Puerto Rico (Río Piedras) und einen Master of Fine Arts des San Francisco Arts Institute. Seine Arbeiten wurden unter anderem ausgestellt in der Little Tree Gallery, Raza Gallery, Romer Young Gallery, San Francisco Arts Commission, «Embajada». Im Jahr 2012 erhielt er Stipendien von Southern Exposure (Alternative Exposure Grant) und dem Creative Capacity Fund (CCF), beide in San Francisco, Kalifornien. Im Jahr 2009 erhielt er einen Auftrag vom Cultural Equity Office der San Francisco Arts Commission. Im Jahr 2019 erhielt er ein Stipendium der Flamboyán Artists Association in Zusammenarbeit mit der National Association of Latin Arts and Cultures und dem Flamboyán Arts Fund in Puerto Rico. Seit 2013 ist Pablo Co-Direktor von Beta-Local in San Juan, Puerto Rico.

Über die Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G

Gegründet wurde die Kulturstiftung Basel H. Geiger|KBH.G 2019 von der Philanthropin Sibylle Piermattei-Geiger (1930 -2020), welche die Stiftung nach ihrem Grossvater, dem Schweizer Pharmazeuten und Unternehmer Hermann Geiger (1870-1962), benannte. Die Gründung ist verbunden mit dem Ziel, der Stadt Basel, ihren BewohnerInnen und BesucherInnen ein neues einzigartiges Forum für Kunst und Kunstschaffende zur Verfügung zu stellen. Die Kulturstiftung Basel H. Geiger plant, jährlich zwei bis drei Ausstellungen in ihren Ausstellungsräumen in Basel durchzuführen; Eintritt und Ausstellungskatalog sind jeweils kostenlos. Die Ausstellungen sind künstlerisch völlig eigenständig und stehen unter keinem übergeordneten Thema. Was sämtliche Ausstellungen der Kulturstiftung Basel H. Geiger verbinden soll ist, dass sie dem reichen Kulturangebot in Basel ein zusätzliches, ein ergänzendes und gleichzeitig ein anderes Thema hinzufügen.

https://www.kbhg.ch

Über die Caribbean Art Initiative | CAI

Caribbean Art Initiative, gegründet 2019, ist ein unabhängiges Non-Profit-Programm und dient als Netzwerk für die Entwicklung von Kunst und Kultur in der gesamten Karibikregion. CAI will die Aufmerksamkeit für die Kultur der Karibik und den weltweiten Austausch fördern. Unter Leitung von Albertine Kopp, mit beratender, internationaler Unterstützung seitens András Szántó und Pablo León de la Barra, fokussiert die Organisation ihre Tätigkeit auf die Wahrnehmung und das Verständnis der Kunst und Kultur in der Karibikregion. Sie bezieht dabei auch diejenigen Künstler ein, die aus der Region stammen, heute aber in der internationalen Diaspora leben und arbeiten. Die Initiative möchte sowohl karibische Kunst und KünstlerInnen als auch KuratorInnen, SchriftstellerInnen und Lehrende in einen aktiven Dialog mit Kreativen und Institutionen weltweit bringen.

https://caribbean.art/

cp

Kontakt:

https://www.kbhg.ch/

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Auf www.ch-cultura.ch u.a. erschienen:

DIE SCHWEIZER KÜNSTLERIN UND MÄZENIN SIBYLLE PIERMATTEI GEIGER IST GESTORBEN

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/bildende-kunst-fotografie-grafik-architektur-design/die-schweizer-kuenstlerin-und-maezenin-sibylle-piermattei-geiger-ist-gestorben 

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