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AUTORINNEN UND ÜBERSETZER VERLEIHEN PFAUEN- UND BLEIFEDER

AUTORINNEN UND ÜBERSETZER VERLEIHEN PFAUEN- UND BLEIFEDER

13.05.2018 Anlässlich seiner 16. Generalversammlung hat der Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) zwei symbolische Auszeichnungen verliehen. Die Pfauenfeder geht an den Lausanner Literaturveranstalter Tulalu !?. Mit der weniger farbenprächtigen Bleifeder wird die "NZZ"-Mediengruppe ausgezeichnet.


Zahlreiche Autorinnen und literarische Übersetzer aus der ganzen Schweiz sind nach Solothurn gereist, um die 16. Generalversammlung des gesamtschweizerischen Berufsverbands AdS zu begehen. Wie jedes Jahr bildete sie den inoffiziellen Auftakt zu den Solothurner Literaturtagen. Eine grosse Mehrheit der Versammlung teilte zentrale Kritikpunkte, die im vergangenen Jahr am Schweizer Buchpreis geäussert worden sind und verabschiedete eine entsprechende Resolution. Ausserdem machte der AdS auf "die schwindende öffentliche Reflexion des Literaturschaffens" aufmerksam. Er stellte aber auch "einen engagierten und fairen Veranstalter" ins Rampenlicht.

Pfauenfeder für Tulalu !?, Bleifeder für die "NZZ"-Mediengruppe

Der AdS verleiht jedes Jahr zwei Auszeichnungen: die "plume de paon" (Pfauenfeder) und die "plume de plomb" (Bleifeder) an Literaturengagierte, Verleger, Institutionen, Medien oder andere Literatur-Organisationen.

Dieses Jahr wurde der Literaturveranstalter Tulalu !? mit Sitz in Lausanne mit der Pfauenfeder ausgezeichnet - der AdS würdigt damit "die sorgfältige Konzipierung und Programmierung wie auch den fairen Umgang mit Autorinnen und Übersetzern". Diesen Grundsätzen folge der ausgezeichnete Verein seit seiner Gründung konsequent. "Tulalu !? c'est aussi une conviction: celle du partage de la parole, qui permet de faire découvrir la langue et l'univers des créatrices et créateurs d'ici. Tulalu !? marque le paysage culturel romand d'un sceau particulier", erklärte die Schriftstellerin Odile Cornuz dieses Engagement in ihrer Laudatio.

Für die weniger farbenprächtige Bleifeder wählte die Jury die "NZZ"-Mediengruppe aus. "Autorinnen und Übersetzer sind auf angemessene Präsenz sowie kritische Darstellung und Reflexion der Literaturen der Schweiz in den Medien angewiesen. Gerade bei den Medien der 'NZZ'-Mediengruppe erkennt die Jury im Vergleich zu früheren Jahren erhöhtes Verbesserungspotential", heisst es in der Ads-Medienmitteilung. Oder wie es der Laudator für die diesjährige Bleifeder Guy Krneta formulierte: "Während ich bis vor zwei Jahren davon ausging, die meisten literarischen Werke, die in der Schweiz eine gewisse Bedeutung haben, würden früher oder später in der 'NZZ' besprochen - manchmal halt mit einem Jahr Verspätung -, habe ich diese Erwartung heute aufgegeben."

Autorinnen und Übersetzer bekunden Solidarität mit den Schreibenden in der Türkei

An seiner letztjährigen Generalversammlung sammelte der AdS Unterschriften für sechs Briefe an inhaftierte oder staatlicher Repression ausgesetzte Autorinnen und Autoren in der Türkei, die danach durch das Deutschschweizer PEN-Zentrum überbracht wurden. Damit wollte der Verband bedrohten Schreibenden Solidarität wie auch Engagement gegen das Vergessen übermitteln.

Ein Jahr später sieht die Situation für Autorinnen und Autoren in der Türkei nach wie vor schlecht aus. In ihrem Bericht über die Menschenrechtslage vom April 2018 spricht amnesty international von einem anhaltenden Ausnahmezustand: 100 Journalistinnen und Journalisten sind weiterhin in Haft, gegen rund 100'000 Leute wird aus politischen Motiven ermittelt, 50'000 Leute befinden sich deswegen in Haft, der Rechtsstaat ist ausgehöhlt, die Regierung führt ihren Krieg gegen die Kurden auch im Nachbarland Syrien. Daher bekundeten die in Solothurn versammelten Schweizer Autorinnen und Autoren anlässlich ihrer Generalversammlung offiziell ihre Solidarität mit den türkischen Schreibenden, die aufgrund ihrer Arbeit bedroht sind.

Resolution zum Schweizer Buchpreis

Schliesslich verabschiedeten die anwesenden Autorinnen und Übersetzer eine Resolution. Nach der öffentlich kritisch diskutierten 10-Jahre-Jubiläumsfeier des Preises im letzten November engagierte sich der AdS dafür, dass das gesamte Konzept des Schweizer Buchpreises aus Sicht der Autorinnen und Autoren wesentliche Verbesserungen erhält.

Mit der Resolution bekräftigen die Autorinnen und Übersetzer ihre Ansicht, dass trotz diesen Anstrengungen die Grundsätze einer verantwortungsvollen Preisvergabe noch nicht gegeben sind. Die intensive Diskussion an der Generalversammlung zeigte, dass diese Resolution klar als Einladung zu weiteren Gesprächen zu verstehen ist.

Die Resolution kann hier heruntergeladen werden:

https://www.a-d-s.ch/fileadmin/pdfs/AdSResolutionGV180510.pdf

ads/dl

Kontakt:

https://www.a-d-s.ch/index.php?id=528&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2791&cHash=07f854c8ee41389b8e33e39f5feb9225

 

 

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