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ZUM TOD DER SCHWEIZER SCHRIFTSTELLERIN VERENA STEFAN

ZUM TOD DER SCHWEIZER SCHRIFTSTELLERIN VERENA STEFAN

30.11.2017 Die am 3. Oktober 1947 in Bern geborene Schweizer Schriftstellerin Verena Stefan (Bild) ist am 29. November 2017 in Montreal (Kanada) gestorben. Mit ihrem autobiographisch geprägten Debüt-Roman "Häutungen" (1975) war sie international bekannt geworden.


Foto: © Schweizerisches Literaturarchiv SLA, Simon Schmid,  https://www.helveticarchives.ch/bild.aspx?VEID=203201&DEID=10&SQNZNR=1

1972 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der feministischen Gruppierung "Brot und Rosen". 1975 veröffentlichte sie im Münchner Verlag Frauenoffensive ihr erstes Buch, Häutungen, das sich in den folgenden Jahren zu einem Bestseller und Kultbuch der Frauenbewegung entwickelte und Auslöser für den Aufschwung feministischer Literatur in den etablierten Verlagen war. Das Buch wurde in acht europäische Sprachen übersetzt.

Stefan vertritt in diesem autobiografisch geprägten Werk einen radikalen Feminismus. Ihre Ziele waren weibliche Selbstfindung, ein neues weibliches Körperbewusstsein sowie eine weibliche Ästhetik, die sich in einer eigenständigen Sprache äußert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Verena_Stefan

"Creative Commons Attribution/Share Alike"

Das Schweizerische Literaturarchiv der Schweizerischen Nationalbibliothek hat 2007 das Archiv der Autorin Verena Stefan erworben.

Die 1947 in Bern geborene und aufgewachsene Verena Stefan lebt ab 1968 dreissig Jahre in Deutschland und danach in Kanada. Mit ihrem 1975 erschienenen Erstling "Häutungen" schreibt sie das Kultbuch der deutschsprachigen Frauenbewegung, in dem sie ein neues Frauenbewusstsein propagiert. Auch ihre weiteren Werke "Mit Füssen und Flügeln" (1980), "Wortgetreu ich träume" (1987), "Es ist reich gewesen" (1993), "Rauh, wild & frei" (1997) und "Fremdschläfer" (2007) sind durch ein neues Erleben von weiblichem Weltempfinden gekennzeichnet.

Das Archiv von Verena Stefan umfasst Notizen und Materialien zu den Werken, Typoskripte der Werke, Traumnotizen und Tagebücher sowie Briefe, Lebensdokumente, Fotografien, Audio- und Videokassetten sowie eine Sammlung von Rezensionen.

https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=203201

In der Nacht zum 30. November ist Verena Stefan in Montreal gestorben. Mit ihrem Tod scheint sich ein Kreis zu schließen. Denn heute stehen Frauen wieder vor dem Dilemma, nicht über ihren eigenen Körper bestimmen zu sollen, wie die Bekenntnisse unter dem Hashtag #MeToo, vor allem aber auch der Prozess gegen die Ärztin Kristina Hänel zeigen. Hänel wurde verurteilt, weil sie publik machte, dass sie Abtreibungen vornimmt.

http://www.taz.de/!5463715/

"Etwas Neues wird kommen ..."

Dem "so war es schon immer" widersprechen, Grenzen ausloten, kritisch die eigene Befindlichkeit hinterfragen, sich trotzig neu erfinden - sich also häuten wie eine Schlange, das kann als ihr Lebensimpuls gelten. In einem letzten, bisher unveröffentlichten, englischsprachigen Manuskript lässt Stefan ihre todkranke, hochbetagte Bettnachbarin während einer Chemotherapie sagen: "Warum ertragen wir diese miserable Situation hier, wenn wir doch etwas ändern könnten?" Auch Stefan verweigert sich einer letzten Chemotherapie: "Ich will mein Leben zurück haben, es in meinen beiden Händen halten. Etwas Neues wird kommen, auch wenn es nicht die Heilung sein wird."

Monika Mengel

https://www.l-mag.de/news-1010/zum-tod-der-schriftstellerin-verena-stefan.html

Mehr:

http://ead.nb.admin.ch/html/stefan.html

https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=203201

http://www.literatur.ch/startseite/archiv/archivdatenbank/verena-stefan-3315-18.html

https://lexikon.a-d-s.ch/edit/detail_a.php?id_autor=1735

http://www.bibliomedia.ch/de/autoren/Stefan_Verena/712.html

http://www.literapedia-bern.ch/Stefan,_Verena

http://ansichten.srf.ch/autoren/verena-stefan/

https://de.wikipedia.org/wiki/Verena_Stefan

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Auf dieser Webseite u.a. erschienen:

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/theater-kabarett-literatur/inventar-von-verena-stefan-online-zugaenglich

http://www.buero-dlb.ch/de/archiv/theater-kabarett-literatur/ein-dorfarzt-im-dilemma-verena-stefan-und-die-befragung-der-zeit

Verena Stefan

Bild: Verena Stefan an der Autorinnen-Konferenz in Tokyo 1990, Foto: Archiv Verena Stefan, NB/SLA Bern

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Nachträge vom 1.12.2017:

Bereits seit Mitte der 2000er Jahre war bekannt, dass die Autorin an Krebs litt. Den Umgang mit der Krankheit verarbeitete sie in ihrem Roman «Fremdschläfer» (2007), der von einer Frau handelt, die nach ihrer Übersiedlung nach Kanada einen Tumor entdeckt, einen Fremdschläfer. Für das sprachlich virtuose Werk erhielt sie 2008 den Schillerpreis sowie das Stipendium «Weiterschreiben» der Stadt Bern.

sda

https://www.derbund.ch/kultur/buecher/verena-stefan-im-alter-von-70-jahren-gestorben/story/27742875

Sie verstand es, in ihren Büchern feinsinnige Porträts von Menschen zu zeichnen, die Opfer wurden ihrer Zeit.

https://www.srf.ch/kultur/literatur/verena-stefan-ist-gestorben-revolutionsfuehrerin-mit-grosser-literarischer-staerke

Die Menschwerdung der Frau

Das vielleicht intimste Buch aber veröffentlichte Verena Stefan 2007 unter dem Titel «Fremdschläfer». Sie erzählt darin von ihrer Auswanderung nach Kanada und ihrer Krebserkrankung: Noch einmal und nun ganz anders handelt dieses Buch von einer Fremdheitserfahrung - im kranken Körper wie im neuen Land - und vom Versuch, das Menschsein unter neuen Bedingungen zurückzugewinnen.

Roman Bucheli

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-menschwerdung-der-frau-ld.1334649

 

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