BÜRO DLB - IDEE-REALISATION-KOMMUNIKATION
Daniel Leutenegger, Bulliard 95, CH-1792 Cordast, Tel +41 (0)26 684 16 45 (nachmittags), www.buero-dlb.ch

BÜRO DLB - IDEE-REALISATION-KOMMUNIKATION
Daniel Leutenegger
Bulliard 95
CH-1792 Cordast
Tel +41 (0)26 684 16 45 (nachmittags)
Fax +41 (0)26 684 36 45
E-Mail
www.buero-dlb.ch

"KLAUDIA SCHIFFERLE - WORKS FROM THE 80'S"

"KLAUDIA SCHIFFERLE - WORKS FROM THE 80'S"

10.03.2021 Kunsthalle Winterthur, Ausstellung im Oberlichtsaal, bis am 5. April 2021


Bild: Klaudia Schifferle, Works from the 80’s. Ausstellungsansicht Kunsthalle Winterthur - Foto: Christian Schwager

An Klaudia Schifferle (*1955, lebt und arbeitet in Zürich) kam in den 1980er-Jahren niemand vorbei. Mit ihrer jugendlich-frischen Formensprache und einer aufs Wesentliche reduzierten Figuration begeisterte sie schon während ihres Studiums an der F+F Schule die Kunstszene; zuerst mit Fotografien und krakeligen Zeichnungen, später dann mit Malerei, die sie gerne in Lackfarben auf grossformatige Leinwand und Papiere brachte. Als jüngste jemals dort gezeigte Künstlerin nahm sie 1982 an Rudi Fuchs' Documenta in Kassel teil und nach zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland realisierte die Kunsthalle Winterthur im Jahr 1984 eine Einzelausstellung mit ihr.

Neben dem eindrücklichen Erfolg in der zeitgenössischen Kunst hatte Klaudia Schifferle zwischen 1978 und 1983 eine parallel dazu verlaufende Karriere als Musikerin. Sie war Bassistin der ersten weiblichen Punkband der Schweiz, genannt Kleenex respektive LiLiPUT, nachdem vom gleichnamigen amerikanischen Grosskonzern eine Klageandrohung ins Haus geflattert war.

Die Kombination von Punk und zeitgenössischer Kunst war in den 1980ern an Coolness nur schwer zu überbieten und so verkörperte Klaudia Schifferle wie kaum eine zweite das Lebensideal einer jungen Künstlergeneration: Punk, Kunst, Frau: es war ganz einfach das Gesamtpaket.

Wenngleich Klaudia Schifferle in auch damals schon getrennt funktionierenden Bereichen erfolgreich war, so bildeten bei ihr die beiden Bezugssysteme eine Einheit. Dies lässt sich beispielsweise auf formaler Ebene behaupten, denn ihre Bilder haben häufig ein reduziertes und emblematisches Bildprogramm, das ähnlich pointiert wie ein Vers funktioniert.

Die Analogie setzt sich fort in den Inhalten, die immer wieder um den Menschen als emotionales, erotisches und sexuelles Wesen kreisen.

Die wirkliche Gemeinsamkeit von Musik und Bild liegt allerdings im Punk: Dies durchaus im Sinne von mitunter provozierenden Inhalten und nonkonformistischem Aussehen, aber noch viel stärker und profunder im Primat von eigener Person und Alltag. In der Ablehnung jeglichen Establishments ist Punk vergleichsweise reaktionär und nihilistisch; in Bezug auf den hohen Stellenwert eigener Bedürfnisse, Wünsche und Meinungen jedoch keineswegs.

So wie in den von ihr (mit)geschriebenen Songs, so geht es auch in Klaudia Schifferles Bildern nicht um eine künstlerische Auseinandersetzung mit Sachthemen, sondern viel eher um emotionale Zustandsberichte. Dies darf keineswegs als Nabelschau missverstanden werden, denn ihre Perspektive bleibt dabei eher beobachtend als selbstexpressiv: Die Auswahl von Arbeiten, welche die Kunsthalle Winterthur unter dem Titel "Works from the 80's" zeigt, beschränkt sich mehrheitlich auf die erste Hälfte der 1980er-Jahre, da sich damals die damit verbundene bildnerische Sprache am radikalsten und kompromisslosesten entfaltete.

khw

Kontakt:

https://kunsthallewinterthur.ch/

#KunsthalleWinterthur #KlaudiaSchifferle #WorksFromThe80S #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+


Zurück zur Übersicht